ARD-Hörspieldatenbank

Originalhörspiel



Walter Aue

Olof. Das Hakenkreuz



Regie: Robert Matejka

Dem Hörspiel liegt eine wahre Begebenheit zugrunde: In einer Anstalt verstarb ein 44jähriger, früh vergreister Mann, der sich in seiner Todesstunde eine Hakenkreuzbinde um den rechten Arm streifte. Recher chen ließen den Autor auf keine außergewöhnliche Geschichte im Leben jenes Mannes stoßen, die dessen sonderbares Verhalten hätte erklären können. Nachträglich faschistische Tendenzen wurden weder durch die Familienangehörigen noch durch die Freunde oder Arbeitskollegen Olofs bestätigt. Olof wollte oder konnte sich offenbar nur an eine bestimmte Zeit erinnern, in der er mit 14 Jahren gezwungen war, das vom Kriegsgeschehen bestimmte Leben eines Erwachsenen zu führen. - Um den unverständlichen Vorfall begreifen zu können, versuchte der Autor, gleicher Herkunft und gleichen Alters wie Olof, sich an seinen eigenen Lebenslauf vor 1945 zu erinnern. Er mußte erfahren, daß auch sein Gedächtnis nur aus Bruchstücken bestand, die sich nicht zu einem Ganzen zusammenfügen ließen. Er fühlte sich mitten in die Problematik des Alterns versetzt. Der besondere Fall gewann vor dem Hintergrund allgemeiner Nilfund Ratlosigkeit gegenüber der zunehmenden Isolation und der wachsenden Einsamkeit alter Menschen exemplarische Bedeutung.

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Mitwirkende

Sprecher/SprecherinRolle/Funktion
Dieter BorscheStimme A
Peter FitzStimme B
Christoph QuestStimme C
Siemen RühaakStimme D
Susanne EggersSprecherin
Hans KemmerSprecher


 

Quellen zum Hörspiel - © DRA/Michael Friebel


PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Radio Bremen 1975

Erstsendung: 23.05.1975 | 74'26


Darstellung: