ARD-Hörspieldatenbank

Hörspiel



Renke Korn

Der Umzug



Regie: Friedhelm Ortmann

Das neue Hörspiel von Renke Korn, den der WDR mit seinen Hörspielen "Verteidigung eines Totengräbers" und "Die Sonne ist nicht mehr dieselbe" im letzten Jahr bekannt gemacht hat, diagnostiziert Verhaltensweisen, die symptomatisch sind für die Gesellschaft, in der wir leben. Der Held dieses Stücks, der sie unentwegt reflektiert, während er einen Umzug durchführt, ist selbst ein Außenseiter, insofern jedenfalls, als er von chronischem Unbehagen an den allgemein akzeptierten Orientierungsmarken heimgesucht wird. Seine Gedanken umkreisen die Frage nach dem Grund und Ziel seines Unbehagens, erinnern verloren gegangene, angebotene, unerreichbare Bindungen, Koordinaten, Paradiese. Er erwägt Möglichkeiten der Selbst- Verwirklichung und entdeckt mit Ironie und geheimer Trauer seine hoffnungslose Unfähigkeit, über dies Erwägen hinauszukommen. Das Gegenwärtige erscheint ihm unzugänglich und er ist zu kritisch, um Hoffnung auf die Zukunft zu entwickeln. So siedelt er sich im Niemandsland zwichen den Realitäten an und kultiviert sanften Zynismus. Der Umzug, diese einzige nicht bloß reflektierte Aktion des Hörspiels, ist im Grunde ziellos - Bracht erwartet sich keine Veränderung seiner Lage davon -, ist aber Ausdruck einer Unruhe, die sich ständig diese Veränderung und ein Ziel wünschen.

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Mitwirkende

Sprecher/SprecherinRolle/Funktion
Volker LechtenbrinkBracht
Michael ThomasPaulsen
Silva SpringerMaria
Anne RottenbergerBirgit
Arno Görke1. Möbelträger
Harald Meister2. Möbelträger
Fritz LichtenhahnFranz
Alois GargDer Onkel
Kaspar BrüninghausDer Vater
Harry BongErich
Erika von ThellmannDie Tante
Mira Hinterkausen
Ursula Langrock
Carla Neizel
Elisabeth Opitz
Ruth Pera
Reta Rena
Edgar Bamberger
Karl Bockx
Curt Faber
Heinz Freitag
Manfred Heidmann
Kurt Lieck
Fritz Leo Liertz
Heiner Schmidt


 

Quellen zum Hörspiel - © DRA/Michael Friebel


PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Westdeutscher Rundfunk 1967

Erstsendung: 25.10.1967 | 44'00


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