ARD-Hörspieldatenbank

Kurzhörspiel



Günter Guben

Hören zwei Stimmen



Regie: Heinz Wilhelm Schwarz

Der Autor zu seinem Sprachspiel: "Ein Mann befindet sich in einem Raum. Ein anderer befindet sich in diesem Raum. Es ist fraglich, ob sich beide Männer im selben Raum befinden. Es ist fraglich, ob sich zwei Männer oder ein Mann in dem Raum befinden. Fraglich ist, ob überhaupt zwei Männer oder nur ein Mann existieren. Es ist möglich, daß ein Mann krank ist, schizophren, oder sich in einem Delirium befindet. Ungeklärt bleibt, wo sich dieser eine Mann, wenn es einer ist, eigentlich befindet. Identitätsschwierigkeiten -, Überlappungen -, Verwischungen etc. Das trifft nicht unbedingt den Inhalt von "Hören zwei Stimmen". Sätze. Hier sind Sätze, die wir kennen, jedoch nicht ausschließlich mit uns in Beziehung zu bringen bereit sind. - Was man kennt, will man nicht mehr wissen. Braucht man auch nicht. (?) Ich habe versucht, mich von diesen Stimmen zu distanzieren. Vergessen hilft mir nicht weiter, aber ich bin weitergekommen. Wichtig ist nicht das Ziel, sondern der Weg, der zu ihm führen könnte. Ein Weg ist kein Weg. Störungen. Entscheidungen. Es bleibt die Bestandsaufnahme eines (bestimmbaren / einordbaren / kategorisierbaren) Bewußtseinszustandes. Voraussetzungen: daß der Verstand mitmacht, das Ohr, das Auge, und daß man nicht auf der Stelle tritt. (Es bleibt mehr als die Bestandsaufnahme ...)

Guben, geboren 1938 in der Mark Brandenburg, lebt in Frankfurt/Main. Zahlreiche Veröffentlichungen von Prosa und Lyrik in Anthologien, Zeitschriften, Zeitungen, Rundfunk. 1966-1967 Redakteur, 1967-1969 Lektor der "Streit-Zeit-Schrift". 1969: "Auf ein Blatt & eine Spielanleitung", Prosa. 1970: "Zwischen Diktaten", Prosa u. a.

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Mitwirkende

Sprecher/Sprecherin
Hansjörg Felmy
Herbert Fleischmann


 

Quellen zum Hörspiel - © DRA/Michael Friebel


PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Westdeutscher Rundfunk 1970

Erstsendung: 19.03.1970 | 29'00


Darstellung: