ARD-Hörspieldatenbank

Originalhörspiel, Originaltonhörspiel



Ludwig Harig

Wer will haben - der muß graben

Hörspiel mit O-Ton-Einspielungen

"Ich bin Frederic Winslow Taylor. Ich bin der Erfinder des Schnelldrehstahls und des Scientific Managements. Ja, ich habe nicht nur herausgefunden, was die Welt im allgemeinen bewegt, sondern auch, was sie im besonderen immerzu in Atem hält. Sie werden es vielleicht nicht glauben: ich bin der Erfinder des schnelleren Drehens." Ludwig Harig läßt diese Worte den amerikanischen Ingenieur und Betriebsorganisator Taylor sagen, dessen Leben und Denken im Mittelpunkt eines Hörspiels steht, das sich auf komische Weise mit dem Thema der Kreativität auseinandersetzt. Dieses Hörspiel führt nämlich vor, wie der im Mechanismus geplanter und trainierter Kreativität operierende Mensch zugleich in den Mechanismus der systematisierten Schöpfungen seiner eigenen Kreativität verplant wird. Leben, Grundsätze und Doktrin Taylors, die sich als Leitfaden durch die Hörspielcollage Harigs durchziehen, werden umspielt von Sprichwörtern und Spruchweisheiten aus dem Volksmund, von Titeln und Zitaten aus einschlägigen Werken über Kreativität und schließlich von Aussagen und Dialogen aus authentischen Diskussionen über das Problemfeld der Kreativität. Ein Unternehmer sagt: Wenn ich wirtschaftlich unabhängig wäre, dann würde ich aus dem Kaufen und dem Verkaufen ein Hobby machen." Indem das Hörspiel den Menschen als Erfinder seiner eigenen rationelleren Versklavung vorführt, zeigt es zugleich auch etwas von der Notwendigkeit und Notdürftigkeit, vom Fug und Unfug, von der Wirklichkeit und vom Wahn einer magischen Erscheinung, die zum psychologischen, zum literarischen und zum Marktereignis geworden ist.

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Mitwirkende

Sprecher/SprecherinRolle/Funktion
Gert HauckeTylor
Ernst AlischSchmidt
Gert TellkampfPhilosoph
Ingold WildenauerNimmergut


 

Quellen zum Hörspiel - © DRA/Michael Friebel


PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Saarländischer Rundfunk 1980

Erstsendung: 24.08.1980 | 43'00


Darstellung: