ARD-Hörspieldatenbank

Hörspielbearbeitung, Hörbild



Kurt Schwitters

Ich pfeife auf die Ideale – Ich fraß den Apfel mit der Schale - Kurt Schwitters – ein bürgerlicher Bürgerschreck

Ein Spiel um Buchstaben, Silben, Wörter in mehreren Sätzen


Vorlage: Texte

Bearbeitung (Wort): Jürgen Liebing


Regie: Jörg Jannings

"Ich weiß, daß ich als Faktor in der Kunstentwicklung wichtig bleiben werde." Die gestalterische und literarische Vielfalt von Schwitters kann man in den Museen der ganzen Welt entdecken. "Kuwitter", wie er sich selbst nannte, träumte vom Gesamtkunstwerk und fügte die neuen Stilarten und -richtungen seiner Zeit zur Merz-Kunst: "Ich bin Merz". Jürgen Liebing stellt den genialischen Künstler in Texten, Spielszenen und historischen Aufnahmen vor - z.B. mit dem berühmten Buchstabengedicht "Sonate in Urlauten" (1926).

Akademische Tötungsversuche, philologische Haarspaltereien, verstümmelnde Ein- und Zuordnungen vermeidend, will der Autor versuchen, das dichterische Werk von Kurt Schwitters vor dem Klassiker-Tod zu bewahren. Schwitters eigene Theorie vom künstlerischen Material aufgreifend, soll in Form einer sowohl synthetischen als auch analytischen Montage durch Konfrontation Schwitter'scher Zitate mit sich selbst und mit denen anderer gleichsam spielerisch ein Bild gezeichnet werden, das dem Hörer die Möglichkeit zum Mit- und weiterspielen gibt. Der Autor schreibt dazu:

"An Schwitters hat mich schon immer seine genialische Mittelmäßigkeit fasziniert, seine scheinbare Naivität und kindliche Schaffensfreude, sein melancholisches Lachen. Meine Stellung zu ihm ist durchaus 'ambivalent', so ist auch dieses Hörbild zu verstehen. Es versteht sich als Anregung zur weiteren Beschäftigung mit dem literarischen Werk von Kurt Schwitters – aber auch als ein Beitrag zur Diskussion um die Rolle des Künstlers in der bürgerlichen Gesellschaft – und nicht zuletzt will es unterhalten und Spaß machen."

Kurt Schwitters, geboren am 20. Juni 1887 in Hannover, gestorben am 8. Januar 1948 in Kendal, USA, gilt als einer der wichtigsten deutschen Vertreter des Dadaismus. "Franz Müllers Drahtfrühling" erschien 1921 als Prosatext in den Zeitschriften "Der Sturm" und "Der Ararat".

Jürgen Liebing, geboren 1949, studierte Germanistik, Pädagogik, Philosophie und Soziologie; er ist Autor zahlreicher Hörspiele vornehmlich für RIAS Berlin.

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Mitwirkende

Sprecher/SprecherinRolle/Funktion
Stefan WiggerKurt Schwitters
Friedrich W. BauschulteKurt Schwitters
Hermann EbelingKurt Schwitters
Andreas MannkopffKurt Schwitters
Otto Sander
Ulrich Wildgruber
Sigrid Lagemann
Evamaria Miner
Lilli Schoenborn
Michaela Pfeiffer
Rolf Schult
Klaus Miedel
Raoul Wolfgang Schnell
Hans Schwarz
Oliver Rohrbeck
Jürgen Liebing
Hedwig Rhode
Friedrich Luft
Rainer Hoeynck
Hans Rosenthal

Ensemble Darstellende Kunst: Max-Reinhardt-Seminar

Musik: Ortrud Beginnen (Singstimme), Jürgen Knieper (Klavier)

 

Quellen zum Hörspiel - © DRA/Michael Friebel


PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

RIAS Berlin 1974

Erstsendung: 04.01.1975 | 64'43


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