ARD-Hörspieldatenbank

Hörspielbearbeitung
Für den Herrscher aus Übersee
Vorlage: Für den Herrscher aus Übersee (Roman)
Bearbeitung (Wort): Götz Fritsch
Komposition: Otto Lechner
Regie: Götz Fritsch
Es ist Sommer. Die Eltern sind auf Reisen und schicken ihren Kindern täglich eine Ansichtskarte von den exotischen Plätzen dieser Welt. Der Großvater liest daraus vor, was er lesen möchte, und das ist meist das Gegenteil dessen, was dort geschrieben steht. Für die Kinder Anlass genug, sich selbst das Lesen beizubringen. Lesen kann man angeblich auch von den Vögeln lernen. Und Fliegen! »Fau … wie in Sieg, Fau wie in Vogel, und Fau, wie die Vögel fliegen!«, ruft ihnen der Großvater zu und streckt dabei Zeige- und Mittelfinger in die Luft. Ja, fast jeder in diesem Hörspiel fliegt auf irgendeine Weise: Die Fliegerin, die in ihrem bohnenförmigen Fluggerät eine Schar von Vögeln in ihr Winterquartier begleitet. Die Kinder mit ihren selbstgebauten Flugmaschinen aus Federn, Papier und Draht. Und der Großvater, der einmal ein großer Pilot gewesen ist und das Flugzeug einer geheimnisvollen Japanerin repariert hat. Zumindest behauptet er das in seinen hochstaplerischen Geschichten aus früherer Zeit. Die Kinder hängen an den Lippen des Großvaters, und seine Geschichten werden immer phantastischer: Und das ist fürs Fliegenlernen gewiss die beste Voraussetzung. Aber was, wenn Bruder und Schwester sich immer weiter in der magischen Welt der Kinderträume und der selbstvergessenen Spiele verirren? Hier hilft nur noch Omas Lebensklugheit.
Teresa Präauer, geboren 1979, ist Autorin und bildende Künstlerin in Wien. Nach dem Postkartenbuch "Taubenbriefe" und der gezeichneten "Gans im Gegenteil" (mit Wolf Haas) ist "Für den Herrscher aus Übersee" ihr erster Roman und ausgezeichnet mit dem aspekte-Literaturpreis 2012 für das beste deutschsprachige Prosadebüt.