Hörspielbearbeitung
Autor/Autorin:
Theodor Fontane
Ein Herr reist durchs Dossebruch
Dialoge von Theodor Fontane
Vorlage: Wanderungen durch die Mark Brandenburg (Plaudereien/Feuilletons)
Redaktion: Heinz Schwitzke
Technische Realisierung: Wilhelm Hagelberg, Marianne Abegg, Ingrid Traeger
Regieassistenz: Willy Lamster
Regie: Hans Rosenhauer
Weitere Mitwirkende
Sprecher/Sprecherin Rolle/Funktion Wilhelm Kürten Der König Max Eckard Fromme Heinz Klevenow Hauptmann von Rathenow Katharina Brauren Frau von Rathenow Walter Klam Amtsrat Klausius Manfred Steffen Ein Förster
Die Niederschrift und Herausgabe der „Wanderung durch die Mark Brandenburg“ des Theodor Fontane geschah zwischen 1861 und 1882; die vierbändige, oftmals neuaufgelegte Edition begründete seinen Ruf als „anmutig plaudernden, unpathetischen Darsteller der Wirklichkeit“. Er wollte nicht so sehr Historie in ihren Einzelheiten festhalten, als vielmehr einen Menschenschlag und einen preußischen Adel portraitieren, der bei allem „naiven Überzeugtsein von seiner Herrscherfähigkeit und Herrscherberechtigung“ dennoch „Urteile von einer Fortschrittlichkeit (laut werden ließ), als flösse nicht die Nieplitz oder die Notte, sondern mindestens der Hudson oder Potomac an seinen alten Feldsteintürmen vorüber“.
Kein Zweifel, daß diese Art des praktisch-progressiven Denkens stark vom Vorbild des Großen Königs geprägt wurde. Fontane versichert, sein sympathetischer Bericht von der Informationsreise Friedrichs II, begonnen am 23. Juli 1779 zu Potsdam, stelle im Grunde nichts weiter dar als die Dialogfassung von Briefen, die der beteiligte Amtsmann Fromme weiland dem alten Gleim darüber geschrieben hat. Der König erscheint darin als ein eifriger, mit jeder Einzelheit wohlvertrauter Landesvater, kritisch gegenüber allen Vorschlägen, die sein Begleiter Fromme während der Wagenfahrt durchs Dossebruch macht, aber auch – nach mehr als vierzigjähriger Abwesenheit – höchst zufrieden mit der Wandlung des Luchs durch Kanalisation und Besiedlung. Nur geringfügige Umstellungen waren nötig, um diese authentischen Dialoge Fontanes in eine Hörspielfassung zu bringen.

Produktions- und Sendedaten
- Norddeutscher Rundfunk 1966
- Erstsendung: 24.12.1967 | NDR 2 | 35'09