ARD-Hörspieldatenbank

Hörspielbearbeitung



Giles Cooper

Niemand aus Ninive


Vorlage: Happy Family (Theaterstück, englisch)

Übersetzung: Marianne de Barde, Hubert von Bechtolsheim

Technische Realisierung: Peter Jochum


Regie: Donald McWhinnie

Wie in einen Kokon eingesponnen leben die drei Geschwister Solstice zusammen, eine elternlose, eine, wie Cooper sie ironisch nennt, "Glückliche Familie": abgeschirmt gegen die Häßlichkeit der Außenwelt, realitätsfeindlich und bis zum Grotesken realitätsfremd. Den Jahren nach über die Kindheit längst hinaus, weigert sich das Trio, erwachsen zu werden, spinnt sich in der splendid isolation, die ihm die Zugehörigkeit zu einer begüterten Klasse gewährt, in kindliche, eher kindische Spiel ein. Die Drei sind über die einfachsten Dinge nicht "aufgeklärt": was sowohl den Mangel an sexueller Aufklärung bei Deborah als auch die völlige Hilflosigkeit von Mark im Umgang mit elektrischen Sicherungen bedeuten kann. Die jüngere Schwester Susan bringt in den geschwisterlichen Kreis eine männliche Eroberung ein, einen Verlobten, Gregory. Die Sostice-Familie sieht sich plötzlich mit der Wirklichkeit konfrontiert. Aus der neuen Konstellation entwickeln sich Auseinandersetzungen – und Entlarvungen zwischen allen Beteiligten. Zum Schluß ist die Störung gleücklich beseitigt, Ruhe kehrt wieder ein, nun wohl für immer.

Cooper schildert in seinem Hörspiel, dem das letzte Bühnenstück des früh ums Leben gekommenen englischen Autors zugrunde liegt, mit ironischer Sensibilität eine absterbende Gesellschaft, die trotz ihrer ausgeprägt angelsächsischen Züge exemplarisch genug ist, um allgemein für gesellschaftliche Privilegiertheit und deren Folgen stehen zu können. 

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Mitwirkende

Sprecher/SprecherinRolle/Funktion
Hansjörg FelmyGregory Butler
Rosemarie FendelSusan
Gertrud KückelmannDeborah Solstice
Peer SchmidtHoward


 

Quellen zum Hörspiel - © DRA/Michael Friebel


PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Hessischer Rundfunk 1970

Erstsendung: 14.12.1970 | 86'00


Darstellung: