Hörspielbearbeitung, Dokumentarhörspiel
Autor/Autorin:
Georg M. Oswald
Guter Rat (1. Teil: Berufung auf Gott)
Dokumentarische Serie um die Entstehung des Grundgesetzes
Mit Texten von Terézia Mora, Özlem Dündar, Georg M. Oswald, Frank Witzel
Vorlage: Protokolle des Parlamentarischen Rates
Bearbeitung (Wort): Philip Stegers, Benjamin Quabeck
Dramaturgie: Hannah Georgi, Martina Müller-Wallraf
Regie: Annette Kurth
Weitere Mitwirkende
Sprecher/Sprecherin Rolle/Funktion Hüseyin Michael Cirpici Heile Gerhard Garbers Schönfelder Axel Gottschick Seebohm Ralf Harster Wunderlich René Heinersdorff Süsterhenn Kilian Land Sprecher der Gesetzestexte Thomas Loibl Dr. von Mangoldt Artus-Maria Matthiessen Theodor Heuss Oliver Reinhard Zimmermann Bernhard Schütz Carlo Schmid/Sprecher Wolf-Dietrich Sprenger Bergsträsser Felix Vörtler Lensing Petra Welteroth Helene Weber Sonstige Mitwirkende Funktion Michael M. Feldkamp Historische Beratung
Herbst 1948. In der großen Lichthalle des Zoologischen Museums in Bonn versammeln sich
66 Männer und vier Frauen: Die Mitglieder des Parlamentarischen Rates. Ihre Aufgabe: das
Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland ausarbeiten.
Ihre Arbeit, ihre Diskussionen und Überlegungen sind überliefert in 14 Protokollbänden.
Wortgetreue Transkriptionen der Beratungsgespräche und des Ringens um einzelne Worte
im Bewusstsein ihrer historischen Bedeutung. Spannend wie ein Krimi. Ergreifend in der
schnörkellosen Ernsthaftigkeit, im unerschütterlichen Willen, sich beim Neuanfang keine
Fehler zu erlauben.
Der dokumentarisch-erzählerische Hörspiel-Mehrteiler basiert auf diesen minutiösen
Mitschriften einer langen, gewissenhaften Arbeitsphase. Sie bezeugen das
Verantwortungsbewusstsein, die Genauigkeit, Geduld und Umsicht der Demokraten:
Beamte und Juristen, die in den Trümmern des 2. Weltkriegs versuchten, mit ihrer
Verfassung den Horror für alle Zeiten auszuschließen, aus dem die Welt gerade auftauchte.
Es ging nicht um Parolen, um Mehrheiten oder vorauseilende Zugeständnisse. Es ging
darum, mit allem – auch grauenvollen – Wissen der Welt und speziell der letzten
Jahrzehnte ein gesellschaftliches Regelwerk aufzusetzen, das zivilisatorische
Entwicklungen und Errungenschaften festhält und Barbarei schon im Ansatz verhindert. Es
ging um die Verfassung eines Staates, der nur dann Daseinsberechtigung hätte, wenn von
seinem Boden und seinen Mitgliedern nie wieder Ausgrenzung, Rassismus,
Volksverhetzung und Ungleichheit ausgingen.
Es ging um das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland. Es ging um die Demokratie.
Wert, daran zu erinnern. Die Hörspielserie erzählt, wie hart die Arbeit an Einigkeit und
Recht und Freiheit ist, dass Demokratie kein Geschenk und kein Zustand ist – und dass der
Einsatz dafür dennoch so unerlässlich wie erfüllend ist.
Als Bindeglied und Leitplanke winden sich literarisch-künstlerische Texte heutiger
SchriftstellerInnen um die Debatten und Diskussionen. Sie verorten die jeweiligen Themen
auch in der Gegenwart und identifizieren sich mit einem der Diskutanten. So erfahren wir
mehr über die einzelnen Biografien, die hinter den Beratern lagen. Wir bekommen aber
auch sinnliche Eindrücke von der Situation und Umgebung – und in jeder Folge die
individuelle Perspektive einer Autoren-Persönlichkeit auf einen historischen Moment, der
unsere Gesellschaft bis heute definiert.


Produktions- und Sendedaten
- Westdeutscher Rundfunk / Deutschlandradio / Bayerischer Rundfunk 2019
- Erstsendung: 22.05.2019 | WDR 3 | 27'44
Auszeichnungen
- Hörspiel des Monats Mai 2019
Rezensionen (Auswahl)
- Alexander Matzkeit: Historische Wirkung. In: epd medien. Nr. 23. 07.06.2019. S. 42.
- Stefan Fischer: Alles auf Anfang. In: Süddeutsche Zeitung vom 22.05.2019. S. 27.
- Martin Weber: Die Mutter des Grundgesetzes. Der Berliner Filmstar Martina Gedeck gibt im Hörspiel zum 70. Geburtstag der Verfassung einer Politikerin ihre Stimme. In: Berliner Morgenpost vom 21.05.2019. S.12.
- N. N.: "Guter Rat" ist Hörspiel des Monats Mai. In: epd medien, Nr. 24. 14.06.2019. S. 23.
- Katrin Pokahr: Guter Rat. In: WDR print, Nr. 5. 01.05.2019. S. 30.