ARD-Hörspieldatenbank

Originalhörspiel



Nina Bußmann

Das Brechen der Brote


Komposition: Magda Drozd

Technische Realisierung: Jan Fraune, Eugenie Kleesattel


Regie: Stefanie Ramb

Judith ist auf der Suche nach ihrer Schwester, die ihre Familie verlassen hat, um ein anderes, ein besseres Leben zu beginnen. Sie findet sie in einer Landkommune. Ein Hörspiel über Möglichkeiten und Unmöglichkeiten eines Neubeginns.

„Meine Schwester hat ihre Familie, ihre Kinder verlassen, um sich euch anzuschließen. Etwas, das sich so richtig anfühlt, kann nicht falsch sein, schrieb sie. Sie hat schon viele Entscheidungen getroffen, die ich nicht verstehen kann. Aber diese hier interessiert mich. Ich will wissen, wo sie gelandet ist.“ Judith ist Journalistin und Ethnologin, sie interessiert sich für Radikalität, für Geschichten des Protests und des Rückzugs. Als ihre Schwester verschwindet, findet sie sie in einer Landkommune. Die Menschen dort wollen ein anderes Leben führen. Sie sind für eine Gesellschaft ohne Eigentum, organisieren sich selbst und sie sprechen viel über ihre Gefühle. Judith will sie zwei Wochen lang begleiten, will Fragen stellen und verstehen, warum die Menschen ihr altes Leben hinter sich gelassen haben. „Ich rechne nicht damit, als eine andere zurückzukehren. Ich hänge an meiner Mietwohnung, an meinen flexiblen Arbeitsverhältnissen und meiner seriellen Monogamie. Ich weiß, dass diese Lebensform oft traurig macht. Ich hänge auch an meiner Traurigkeit.“ „Wir wollen überhaupt keine Angst mehr haben. Kommen sollen alle, die Lust dazu haben und bereit sind, Teil einer lernenden Organisation zu sein. Für Wandel und Entwicklung einzustehen. Zugleich aufmerksam beobachten und bewahren, was auch ohne unser Eingreifen lebt und wächst. Wir wollen eine Politik der Schönheit, nicht der Effizienz. Dünnhäutigkeit statt Blockadetrainings. Empfindlich bleiben.“

Nina Bußmann, geb. 1980 in Frankfurt am Main, Schriftstellerin. Sie studierte Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft und Philosophie in Berlin und Warschau und lebt heute in Berlin. Für ihre Romane erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen und Stipendien, u.a. den Robert Gernhardt Preis. Romane u.a. „Der Mantel der Erde ist heiß und teilweise geschmolzen“ (2017), „Dickicht“ (2020).

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Mitwirkende

Sprecher/Sprecherin
Lilith Häßle
Astrid Meyerfeldt
Timur Isik
Laura Balzer
Linn Reusse
Ole Lagerpusch
Katharina Leonore Goebel
Carolin Haupt
Thomas Fränzel
Sylvana Seddig
Marie Bonnet


 

Quellen zum Hörspiel - © DRA/Michael Friebel


PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Deutschlandradio 2022

Erstsendung: 09.01.2022 | Deutschlandfunk Kultur | 86'42


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