ARD-Hörspieldatenbank

Originalhörspiel



Ernst Johannsen

Die Hinrichtung

Einer Tragödie letzter Teil



Regie: Walther Ottendorff

Personen: Der Mörder, seine Mutter, die Nachbarin, der Pfarrer, der Wärter, die Frau des Ermordeten, ihr Kind, der Henker. Zeit: Gegenwart.

"Hans Schmidt ist bei einem wohlhabenden Kaufmanne eingebrochen und hat 8000 Mark erbeutet. Als er mit dem Gelde den Rückzug antreten will, tritt ihm der Kaufmann unerwartet entgegen. Der Einbrecher will seine Beute nicht fahren lassen und weiß andererseits, dass, wenn er gefasst wird, er wegen seiner Vorstafen nun zu Zuchthaus verurteilt werden wird. In dieser Lage hat er nur den einen Gedanken: Der Kaufmann, der seine Flucht verhindern will, muss  beseitigt werden. Kurzerhand schießt er ihn nieder und springt aus dem Fenster der Parterrewohnung auf die Straße. Aber er hat Pech! Zufällig kommt ein Kriminalbeamter des Weges, der Hans Schmidt von einer seiner frühern Straftaten her kennt. Die seltsame Art, ein Haus durch ein Fenster zu verlassen und Hilferufe, die aus dem Innern des Hauses dringen, verraten dem Kriminalbeamten, dass sein alter Bekannter offenbar wieder mal 'ein Ding gedreht hat'. Er tritt ihm also entgegen, um ihn zu verhaften, wird aber gleichfalls von Schmidt über den Haufen geschossen und, wie der Kaufmann, tödlich getroffen. Schmidt wird bald danach doch gefasst und wegen zweifachen Mordes zum Tode verurteilt. Die Hörfolge gibt nun in sechs Bildern einen erschütternden Bericht von den letzten Stunden des Verurteilten bis zur Hinrichtung, von den Seelenqualen, die seine unglückliche Mutter an diesem Morgen des Grauens durchleidet. Wir hören, wie auch die Frau des ermordeten Kaufmanns im Gespräch mit ihrem Töchterchen der Tat und des unseligen Täters in tiefer Verwirrung der Gefühle denkt, und gewaltig mahnend und Antwort heischend erwächst aus dieser Hörfolge die Frage: 'Darf der Mensch um der Sühne willen den Menschen töten?'" (N.N., Der Deutsche Rundfunk, 7. Jahrgang, Heft Nr. 47, 22. November 1929, S. 1491)    

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Hörspiel historisch (vor 1933) - © DRA/Hanni Forrer


PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

ORAG - Ostmarken Rundfunk AG (Königsberg) 1929

Erstsendung: 29.11.1929 | 20:00 Uhr | ca. 60'00


Livesendung ohne Aufzeichnung


Grundlage der Datenerhebung: Der Deutsche Rundfunk (Programmzeitschrift); Königsberger Rundfunk (Programmzeitschrift)


Darstellung: