ARD-Hörspieldatenbank


Originaltonhörspiel


Stichwort: Häuser


Inge Kurtz

Das dankbare Angriffsobjekt


Technische Realisierung: Peter Jochum


Regie: Inge Kurtz

"Scheidungsanwälte, Psychiater, Ärzte, Polizisten, Pfarrer, Poltiker oder: mißhandelte Frauen - sie müßten es eigentlich besser wissen. Aber allen schlimmen Erfahrungen zum Trotz ist die Ehe in unserer Gesellschaft immer noch das beliebteste Projektionsobjekt für Träume von Liebe, Geborgenheit und Glück. Aussagen, die dem 'heiligen' Familienideal widersprechen, gelangen nur selten nach draußen - bedingt durch das Tabu, das alles Private fast hermetisch von der Außenwelt abschirmt. Prügelnde Ehemänner werden beispielsweise erst öffentIich wahrgenommen, wenn das Opfer an den Folgen der Mißhandlung stirbt. Der Täter gilt dann als pathologisch, als kriminell, der Tatbestand als Ausnahme, als Sache einer Minderheit. Den 'Normalprügelnden' gibt es nicht, darf es nicht geben. Aus Scham, dem Anspruch des ldeals nicht gerecht zu werden, übertünchen alle Beteiligten das Bild der Hilflosigkeit und Gewalt. Sogar die Opfer. - Bis vor einigen Jahren gab es deshalb keine Einrichtungen, um mißhandelten Frauen zu helfen. Erst durch die Öffentlichkeitsarbeit der Frauenbewegung, durch Berichte aus Frauenhäusern, beginnt der Lack zu blättern. In diesem Originaltonhörspiel erzählen Frauen und Kinder von körperlichen und psychischen Mißhandlungen, vom Versuch der Ehemänner und Väter, ihren gesellschaftlich sanktionierten, vermeintlichen Herrschaftsanspruch innerhalb der eigenen vier Wände notfalls mit Gewalt durchzusetzen." (Inge Kurtz)

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Quellen zum Hörspiel - © DRA/Michael Friebel


PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Hessischer Rundfunk 1982

Erstsendung: 05.04.1982 | 70'55


AUSZEICHNUNGEN

  • Hörfunkpreis der Bundesarbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtspflege 1983
  • Elisabeth-Selbert-Preis 1983

Darstellung: