ARD-Hörspieldatenbank


Ars acustica


Metropolis


Barry Bermange

Radioville Metropolis London

übersetzt aus dem Englischen


Komposition: Barry Bermange

Redaktion: Klaus Schöning


Realisation: Barry Bermange

Barry Berrnange, englischer Poet, Dramatiker und Hörspielmacher, in London geboren und dort arbeitend über seine "Metropolis London" Komposition "Radioville": "Radioville" hat eher eine akustische denn eine dokumentarische Grundlage. Es ist nicht anschauliche Beschreibung einer Stadt in einem literarischen Sinne, eher eine Evokation, eine akustische Resonanz. Dies läßt eine gewisse Freiheit zu. Wir sind nicht durch literarische Zwänge gebunden. Eine konkrete Entscheidung aktiviert die Oberfläche einer gigantischen Membran durch Geräusche, denen musikalische Komponenten innewohnen. Ich begreife die Stadt als eine Masse, als einen Organismus, von dem Signale ausgesandt werden, Erkennungssignale, Signale mit Inhalt. Diese Signale werden in den Äther übertragen mit negativen und positiven Impulsen, die einen gewissen Fluß bewirken, einen gewissen Konflikt, ehe sie in das Bewußtsein des Hörers oder Empfängers eingehen. Also 'Radioville' bedeutet Sendung und Empfang. Die Stadt, die sich selbst sendet, sich selbst in Form eines akustischen Bildes, einer Reihe von Bildsignalen reproduziert in dem, was sie zu sein glaubt und was sie ist. Es gibt eine Dualität. Erstens eine illusorische Erscheinung, die man als 'Metropolitan Mirage', als Fata Morgana der Metropole bezeichnen könnte, nämlich, wie sie gern gesehen würde und, wie sie von sich selbst in Beziehung zu ihrer Vergangenheit träumt. Es handelt sich um eine Suche, eine Suche nach meiner Stadt. Es handelt sich auch um eine Zurückweisung. Hier spricht eine Stadt im Augenblick eines plötzlichen Bewußtseins ihrer selbst als eine Kraft, eine Masse, mit ihrem eigenen akustischen, aus konkreten Quellen abgeleiteten Überbau, der danach strebt, Klang zu sein. Die Stadt spricht. Wir hören zu."

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Quellen zum Hörspiel - © DRA/Michael Friebel


PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Westdeutscher Rundfunk 1987

Erstsendung: 05.05.1987 | 55'46


AUSZEICHNUNGEN

  • Karl-Sczuka-Preis 1987

Darstellung: