ARD-Hörspieldatenbank


Originalhörspiel, Dokumentarhörspiel



Raoul Schrott

Lingua franca sonora (1. Teil: Lengua d'Oc - okzitanische Poesie der Gegenwart)


Technische Realisierung: Hans Scheck, Angelika Haller


Realisation: Bernhard Jugel

Zu den sprachlichen Minderheiten (oder den "kleinen" Sprachen) Frankreichs zählen neben den Elsässern und den Franco-Arabern die Bretonen, der Sammelbegriff des Okzitanischen (zu dem auch das Provencalische und der gascognische Dialekt zählen), die Basken und die Korsen - als jeweils eigensprachliche Gruppe. Ihre Literatur ist - selbst im französischen Raum - schwer zugänglich. Die auf vier Teile konzipierte Dokumentation "lingua franca sonora" stößt also im vollkommenes Neuland vor und präsentiert, rund um die Kleinformen der Poesie, eine Literatur und ihre Tradition. Die Lyrik der französischen Minderheiten kann auf eine äußerst lebendige Tradition zurückgreifen und hält insgesamt literarischem Anspruch stand, der sich durchaus mit der gegenwärtigen europäischen Literatur messen kann. Das Okzitanische verkörpert dabei die älteste Literaturtradition in Europa überhaupt, die mit den Troubadours, noch vor dem deutschen Minnesang, beginnt und mit Frédéric Mistral am Anfang des Jahrhunderts auch einen Nobelpreisträger vorzuweisen hat. Zu Wort kommen Alan Viaut und Philippe Gardy, die der dritten und wahrscheinlich letzten Generation angehören, die in der Lengua d'Oc, dem Okzitanischen, schreibt. Denn die augenblickliche Situation dieser (und jeder anderen "kleinen") Kultur ist prekär, d.h. sie befindet sich in einer Lage, wo die alten Generationen und mit ihnen die Literaturtraditionen im Aussterben begriffen sind, andererseits aber überall eine Wiederbelebung des kulturellen Kontextes im Gang ist.

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Mitwirkende

Sprecher/Sprecherin
Rainer Buck
Joachim Höppner
Andreas Neumann
Horst Raspe


 


Quellen zum Hörspiel - © DRA/Michael Friebel


PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Bayerischer Rundfunk 1994

Erstsendung: 23.11.1994 | 52'15

Darstellung: