ARD-Hörspieldatenbank


Hörspielbearbeitung



Heiner Goebbels, Heiner Müller

Die Befreiung des Prometheus

Hörstück in 9 Bildern nach einem Text von Heiner Müller


Vorlage: Zement (Theaterstück)

Komposition: Heiner Goebbels

Technische Realisierung: Rainer Schulz, Peter Jochum, Gerlind Raue


Regie: Heiner Goebbels

"Dem Hörstück liegt ein Prosatext zugrunde, den Heiner Müller wie einen erratischen Block in sein Theaterstück ,Zement' gesetzt hat, und an dem das Theater sich die Zähne ausbeißt, weil es ihm mit seinen eigenen Mitteln nicht gerecht werden kann. Ob ich es schaffe, weiß ich nicht. Ich versuche aber, mit selbständigen musikalischen Mitteln, die in der Ausdruckshierarchie nicht unter, sondern neben dem Text rangieren (mit Songformen, Collagen, der Filmtechnik nahen Schnitten und Rückblenden), mindestens zweierlei hörbar zu machen: Die große Faszination, die die unvorstellbaren Dimensionen von Arbeit und Zeit, Kot und Gestank auf mich ausüben; und die (nach André Gide und Franz Kafka) neuen politischen Perspektiven der Arbeit am Mythos, mit denen Müller den Doppelcharakter des Prometheus humorvoll ausstattet. Einmal ist er als Feuerräuber Helfer der Menschen, zum anderen ist er Gast am Tisch der Götter - und der Vorteile dieses Privilegs ist er sich durchaus bewußt. Das macht es mir möglich, weitere Texte von Heiner Müller (zum Beispiel aus dem Stück ,Der Auftrag') analog zu assoziieren und Prometheus 10 000 Jahre runter- bzw. rauffallen zu lassen, als ein weder ganz ,nach unten' noch ganz ,nach oben' gehörender Angestellter im Fahrstuhl auf dem Weg zum Chef. Arrangement mit der Unterdrückung, Heimweh nach dem Fahrstuhl, die Sehnsucht nach dem geliebten Adler im Felsenbett all das ist stärker als das Abenteuer unter veränderten Lebensbedingungen." (Heiner Goebbels)

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Mitwirkende

Sprecher/Sprecherin
Angela Schanelec
Otto Sander
Heiner Müller
Jakob Goebbels-Rendtorff
u.a.

Musik: Walter Raffeiner (Singstimme)

 


Quellen zum Hörspiel - © DRA/Michael Friebel


PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Hessischer Rundfunk / Südwestfunk 1985

Erstsendung: 03.10.1985 | 44'40


AUSZEICHNUNGEN

  • Hörspielpreis der Kriegsblinden 1986
  • Prix Italia 1986 Spezieller Preis für Fiktion

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