ARD-Hörspieldatenbank


Hörspiel



Bernard-Marie Koltès

In der Einsamkeit der Baumwollfelder

übersetzt aus dem Französischen


Übersetzung: Simon Werle

Technische Realisierung: Peter Nielsen, Claudia Jira

Regieassistenz: Wolfgang Streng


Regie: Gerhard Willert

Nach "Die Nacht kurz vor den Wäldern" (Radio Bremen 1989) jetzt die "Einsamkeit der Baumwollfelder". Schon der Klang, das Klima der Titel verweist die beiden Stücke aufeinander: Im ersten der Dialog eines Einsamen, Fremden, des Nachts in der großen Stadt, mit einem imaginierten Gegenüber, mit sich selbst. Im zweiten ist das Gegenüber angekommen, der Dialog findet statt, oder wird zumindest versucht. Die Personen heißen Dealer und Kunde, treffen aufeinander wieder in der Nacht einer Großstadt. Der Kunde will etwas haben - wagt nicht zu benennen, was. Der Dealer will etwas verkaufen - wagt nicht offenzulegen, was. Ein Kampf entspinnt sich; er wird geführt mit Worten. Worten, die die Empfindungen, die Gefühle verbergen sollen. Doch je größer die Anstrengungen des Verbergens, desto mehr enthüllt sich. Ein unglaublicher, ein unglaublich neuartiger Text. Philosophisches Traktat über den Waren-/wahren Charakter menschlicher Beziehung, gleichzeitig hochgespanntes, emotionsgeladenes Drama der Dialektik von Sehnsucht nach und Angst vor Beziehung, Offenheit, Liebe. Vor allem aber: Koltes hat einen Suggestionsraum geschaffen, in den er den Hörer mit enormer Sogkraft zieht, der sich dann aber zum Assoziationsraum wandelt: die Dynamik des Textes zielt auf das Innenleben des Rezipienten; wie selbstverständlich lädt sich das Stück auf mit der Erfahrung des Hörers. Der endgültige Film entsteht in dessen Kopf. (Gerhard Willert)

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Mitwirkende

Sprecher/SprecherinRolle/Funktion
Peter KaempfeDer Dealer
Ulrich MatthesDer Kunde


 


Quellen zum Hörspiel - © DRA/Michael Friebel


PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Radio Bremen 1990

Erstsendung: 11.09.1990 | 75'00


Darstellung: