ARD-Hörspieldatenbank


Originalhörspiel


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David Zane Mairowitz

Die Stalinsonate

übersetzt aus dem Amerikanischen


Übersetzung: Ursula Tabori-Grützmacher

Technische Realisierung: Helmuth Schick, Sabine Nitzschke

Regieassistenz: Manfred Hess


Regie: Walter Adler

Die Situation ist ebenso grotesk wie ausweglos. Radio Moskau hat soeben sein Spätprogramm beendet. Abendsprecher und Abendredakteur sind dabei, das Studio aufzuräumen. Plötzlich klingelt das Telefon. Genosse Generalsekretär ist am Apparat, höchstpersönlich. Und er hat einen höchst persönlichen Wunsch. Eine Melodie von Wolfgang Amadeus Mozart ist ihm durch den Kopf gegangen. Klaviersonate a-moll, KV 310. Nun will er eine Gesamtaufnahme haben. Aber nicht irgendeine, sondern die mit der großen Pianistin Maria Lwowna Dschersinskaia. Weiß der Anrufer nicht, daß die Dschersinskaia längst in Ungnade gefallen ist? Daß alle Aufnahmen mit dieser Künstlerin daher aus den Rundfunkarchiven entfernt werden mußten? Will er vielleicht nur die Linientreue der Rundfunkmitarbeiter prüfen? Oder ist es umgekehrt? Sind sie verloren, wenn es ihnen nicht gelingt, die gewünschte Aufnahme bis zum nächsten Morgen herbeizuschaffen? Angst, Subalternität, komisches (und zugleich die Grenzen des Tragischen streifendes) Kriechertum: das ist das eine Thema des Hörspiels. Die Leiden einer geschundenen Künsterlin, die - indem man sie mit ihren im Gefängnis gebrochenen Fingern nochmals vor den Flügel schleift - endgültig zugrunde gerichtet wird: das ist das zweite Thema.

David Zane Mairowitz wurde 1943 in New York geboren, lebt heute in Südfrankreich.

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Mitwirkende

Sprecher/SprecherinRolle/Funktion
Marlen DiekhoffMaria Lwowna Dschersinskaia
Dieter LaserSemjon Pawlowitsch
Friedhelm PtokMichail Karlowitsch
Rufus BeckPawel Iljitsch
Elke PetriSophia Iwanowa
Jürgen HoltzStaatsanwalt
Heinz MeierGefängniswärter
Wolfram WenigerLeskow, Angeklagter
Walter AdlerGrodowski, Angeklagter
Gerwald WeitzerSchebalin, Angeklagter
Christoph GotthardPianist


 


Quellen zum Hörspiel - © DRA/Michael Friebel


PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Hessischer Rundfunk 1991

Erstsendung: 23.03.1992 | 82'22


Darstellung: