ARD-Hörspieldatenbank


Hörspielbearbeitung



Alfred Neumann, Gerda Corbett, Heinrich Koch

Der Teufel (1. Teil)


Vorlage: Der Teufel (Roman)

Bearbeitung (Wort): Gerda Corbett, Heinrich Koch, Kitty Neumann

Komposition: Johannes Weissenbach


Regie: Heinz-Günter Stamm

"Der Autor, nicht unähnlich seinem Helden vielerorts beheimatet, hat freimütig zu sagen, daß sich ihm der Teufel zu München näherte. Das war vor langer Zeit, im Jahr 1918 - und es ging sonderbar literaramtlich zu. Denn der junge Verlagslektor hatte eine Neuausgabe der 'Denkwürdigkeiten' des Sieur de Commynes, des Chronisten Karl Burgunds und Ludwig XI. von Frankreich, zu betreuen; und dabei eben träufelte ihm der alte Commynes durch ein paar wegwerfende Bemerkungen über einen anmaßenden und nicht geheuren Barbier des Königs die teuflische Idee ins Ohr. Doch dabei blieb es zunächst, der Teufel hat bekanntlich Zeit. Sieben Jahre später, anno 1925, packte ihn der Teufel, und wiederum geschah es zu München, sogar im Lehel, einem höchst rechtschaffenen Stadtteil, wie jedermann weiß. Das wurde nun eine werkbesessene Zeit durch Tage und Nächte von neun Monaten, eine treibende und stoßende und recht erbarmungslose Zeit, unterbrochen nur, um mit dem Manuskript nach Florenz zu fahren, der anderen Heimat - möglicherweise weil dem lieben München nicht die ganze Teufelei aufgehalst werden sollte. Um die Osterzeit dann, in dunkler Frühe, und kurz bevor das Glöckchen der nahen Kapelle der Madonna delle Grazie zur Frühmesse bimmelte, wußte der Autor als einziger und mit einiger Erleichterung, daß sein Teufel gar kein Teufel sei, und schrieb den Schlußsatz: 'Der Teufel war in der Hölle oder in die Menschen gefahren.'" (Alfred Neumann über seine Arbeit)

A
A

Mitwirkende

Sprecher/Sprecherin
Walter Franck
Walter Richter
Ernie Wilhelmi
Ehmi Bessel
Gert Westphal
Friedrich Domin


 


Quellen zum Hörspiel - © DRA/Michael Friebel


PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Bayerischer Rundfunk 1952

Erstsendung: 22.07.1952 | 102'00


Darstellung: