ARD-Hörspieldatenbank


Originalhörspiel, Kurzhörspiel



Ernst Jandl

Die Auswanderer

Ein groteskes Spiel um die Jahrhundertwende



Regie: Raoul Wolfgang Schnell

"'Die Auswanderer. Ein groteskes Spiel um die Jahrhundertwende' wurde im Mai 1957 geschrieben, in dem der Autor mehr als die Hälfte aller in seinem Buch "Laut und Luise" enthaltenen Gedichte verfaßte. Damals hatte er die Techniken des Sprechgedichts, des Lautgedichts und der Montage in kürzeren lyrischen Texten getrennt erarbeitet und unternahm in diesem Hörspiel die Integration der drei Techniken in einen einzigen längeren Text. Ein zu Beginn des Jahrhunderts erschienenes Schulbuch, eine Sammlung von Musteraufsätzen, diente als Sprachreservoir. Durch diese Herkunft haftete an den Wörtern und Sätzen gerade jenes Maß Antiquiertheit, das notwendig war, um daraus, sobald man das alte Material nach neuen Methoden verarbeitete, etwas Frisches, Lebendiges zu machen. So entstand schließlich eine vielfach gebrochene romantische Idylle, die Utopie einer vom Autor nur als Scherben und Splitter vorgefundenen, nie selbst erlebten Vergangenheit, darin jedoch allenthalben die Wunder, Ängste und Sehnsüchte einer eigenen einstigen, fast völlig verschütteten Zeit aufzuleuchten schienen." (Ernst Jandl)

Ernst Jandl, 1925 in Wien geboren, studierte nach dem Kriegsdienst Germanistik und Anglistik in Wien und war seit 1949 Gymnasiallehrer in Wien. Seit 1952 Veröffentlichungen, seit1954 Freundschaft und literarische Zusammenarbeit mit Friederike Mayröcker. In den lyrischen Texten "Andere Augen", 1956, "Lange Gedichte", rot-text 16, 1964, "klare gerührt",1964, "mai hart lieb zapfen eibe hold", 1965, "Laut und Luise", 1966, und "Sprechblasen", 1968, erarbeitete sich Jandl moderne Techniken, die er dann in längeren Texten, erstmals in seinem Hörspiel "Auswanderer", jeweils integrierte. Mit Friederike Mayröcker schrieb Ernst Jandl die Hörspiele "Fünf Mann Menschen" (Hörspielpreis der Kriegsblinden 1969), "Der Gigant" (1969 im WDR und als bestes deutsches stereophones Hörspiel für den Prix Italia nominiert) und "Spaltungen", das am 30. April 1970 im 3. Programm gesendet wurde.

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Mitwirkende

Sprecher/SprecherinRolle/Funktion
Kurt LieckDer Vater
Ingeborg WellmannDer Knabe
Margot LeonardDie Frau
Josef MeinertzhagenDer Mann
Marianne MosaDie junge Dame
Michael ThomasDer junge Herr
Heinz SchachtDer ältere Herr
Hansjörg FelmyDer Matrose
Maria KrasnaDie Mutter
Alois GargDer Onkel
Alwin Joachim MeyerDer laute Ansager
Bettina Dorn
Cay-Michael Wolf


 


Quellen zum Hörspiel - © DRA/Michael Friebel


PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Westdeutscher Rundfunk 1970

Erstsendung: 25.02.1970 | 27'00

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