ARD-Hörspieldatenbank


Originalhörspiel



Lorenz Schröter

Die Kinski-Bänder. Gottes letzte Interview


Technische Realisierung: Olaf Dettinger

Regieassistenz: Michael Ogrizek


Regie: Thomas Wolfertz

San Francisco 1991. Ein Journalist sitzt in seinem Hotelzimmer und telefoniert. Mit Klaus Kinski. Interviews mit Hollywoodstars sind nicht einfach. Sie stellen Bedingungen, verlangen Verträge, wollen auf das Titelbild und die Fotos auswählen. Normalerweise organisiert das die Agentin, doch diesmal ist Kinski selbst am Telefon. Und obwohl er nur unter den oben genannten Bedingungen ein Interview geben will, redet er viel und lang. Über Hundescheiße in Paris, über Rilke, Coppola, Werner Herzog, über Fische, die man in Zeitungspapier einwickelt, über Großschnauzen und Nutten. Der Mann am anderen Ende der Leitung kann nur zuhören und sich ergeben in den Windungen des Kinski-Mikrokosmos. So ähnlich muss es den Propheten gegangen sein, die Gottes Wort empfingen. Gott stellte die Bedingungen für ein Interview. Der Prophet musste sich verpflichten, ein positives Bild von IHM zu zeichnen. Gott will die Coverstory. Bei dem Telefonat erkältete sich Klaus Kinski, kurz darauf starb er. Dieses letzte Interview, das kein Interview ist, zeigt die Öffentlichkeitsarbeit eines Weltstars, der hustend und frierend stundenlang erklärt, dass er nicht mit sich reden lässt. Ein echter Kinski - im Jahr seines 80. Geburts- und 15. Todestages.

Klaus Kinski, 1926 in Zappot, Polen, geboren und 1991 in San Francisco gestorben, spielte in über 140 Filmen mit, u.a. in "Der Zinker", "Doktor Schiwago", "Nosferatu" und "Fitzcarraldo".

Lorenz Schröter, geboren 1960, studierte Kommunikationswissenschaft, Neue Deutsche Literatur und Werbepsychologie, schrieb zahlreiche Hörspiele und Features. Er radelte um die Welt, ritt mit einem Esel durch Deutschland, läuft Marathon und besteigt hohe Berge. Allein an Kinski ist er gescheitert.

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Mitwirkende

Sprecher/SprecherinRolle/Funktion
Klaus KinskiO-Ton
Lorenz SchröterO-Ton


 


Quellen zum Hörspiel - © DRA/Michael Friebel


PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Westdeutscher Rundfunk 2006

Erstsendung: 27.03.2006 | 48'02


AUSZEICHNUNGEN

  • ARD-Online-Award 2006 (3. Platz)


REZENSIONEN

  • Jochen Meißner: Funk-Korrespondenz. 54. Jahrgang. Nr. 14. 07.04.2006. S. 28f. - Renate Stinn: epd medien. Nr. 28/29. 12.04.2006. S. 24.

Darstellung: