ARD-Hörspieldatenbank


Ars acustica



Ulrich Bassenge

shashlyk for paik


Komposition: Ulrich Bassenge


Realisation: Ulrich Bassenge

Am 29. Januar 2006 starb in Miami, Florida, der große "Gastarbeiter" (Eigeneinschätzung) Nam June Paik. Benannt nach der Installation "Schallplatten-Schaschlik", widmet der Komponist Ulrich Bassenge dem Musik- und Medienkünstler Paik ein Erinnerungs-Schaschlik, montiert und prozessiert aus akustischen und anderen Zeugnissen, entbunden von jeder optischen Ebene. Das Paik-Paradoxon, wonach das beste Fernsehen kein Fernsehen sei, wird im Radio wörtlich genommen. Bei einem "24 Stunden-Happening" mit Joseph Beuys verkündete Paik: "Das Fernsehen hat uns ein Leben lang attackiert, jetzt schlagen wir zurück". Lebenslang blieb er so fasziniert wie abgestoßen vom Bildschirm, am schönsten realisiert in seiner Skulptur eines fernsehenden Buddhas. Solch bewusst herbeigeführter Zusammenprall des Trivialen und des Sakralen im "plunderphonischen" Umgang mit der Welt der Hochkultur war eine seiner Methoden. Der 1932 in Seoul geborene Paik war ein wahrhaft globaler Künstler: Kindheit in Korea, Jugend in Japan, Studium in Deutschland, Dozenturen in USA und Deutschland. Seine Initiation in die asiatische Philosophie erfuhr der damals bekennende Anhänger und Interpret europäischer Klassik 1958 durch den amerikanischen Künstler John Cage. So begegnen sich in der Person Nam June Paik Ost und West in einzigartiger Weise. Shashlyk for paik begibt sich in riskanter Weise in Ursprungskultur und Denkungsart des Künstlers.

Ulrich Bassenge, geboren 1956 in München, ist Hörspielmacher, Komponist, Musiker, Autor und Regisseur. Er spielt Resonator-Gitarre, Kontrabass, E-Bass und Orgel in diversen Bands (u.a. Sparifankal, Embryo und die Mundart-Band Wuide Wachl). Filmmusiken schrieb er u.a. für "Die Macht der Bilder - Leni Riefenstahl", "Living Buddha" und "Spaltprozesse".

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Mitwirkende

Musik: Vincent Fries (Scratches)

 


Quellen zum Hörspiel - © DRA/Michael Friebel


PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Bayerischer Rundfunk 2007

Erstsendung: 02.02.2007 | 31'41


REZENSIONEN

  • Jochen Meißner: Funk-Korrespondenz. Nr. 6. 09.02.2007. S. 25. - Stefan Fischer: Süddeutsche Zeitung. 02.02.2007. S. 17.

Darstellung: