ARD-Hörspieldatenbank


Originalhörspiel



Silke Scheuermann, Cathy Milliken, Dietmar Wiesner

Haus aus Stimmen

Eine Hörspielkammeroper


Komposition: Cathy Milliken, Dietmar Wiesner

Redaktion: Manfred Hess

Dramaturgie: Manfred Hess

Technische Realisierung: Roland Grosch, Holger Mees, André Bouchareb, Udo Wüstendörfer, Felix Dreher

Regieassistenz: Christoph Müller


Realisation: Cathy Milliken, Dietmar Wiesner

Das Hörspiel bietet immer wieder Gelegenheit für Autoren, neue Ausdrucksformen zu erproben. So entstand Silke Scheuermanns Langgedicht "Haus aus Stimmen" über einen Arbeitskontakt mit den beiden Hörspielmachern und Komponisten Catherine Milliken und Dietmar Wiesner. "Haus aus Stimmen" spielt mit der Gattungsbezeichnung "Kammeroper". Das Stück aktualisiert ihn jedoch über ein offenes musikalisches Verständnis, das bewusst auch populäre Stilrichtungen wie Chanson oder Paso Doble und Elektronik miteinbezieht. Der Plot: Ein junges Paar zieht in ein altes Haus ein. Er geht zur Arbeit. Sie bleibt zu Hause, schreibt an einem Fernsehspiel und bemerkt, dass das Haus sich Gedanken über die Bewohner macht. Denn diese Stimme des Hauses scheint sich in ihre Arbeit einzumischen, kommentiert den Ehealltag und veranlasst die Frau schließlich zu imaginieren, ihren Mann mit dem Messer aufzuschlitzen. Der Mann leidet unter der Zurückgezogenheit der Frau, missversteht sie und verlässt sie am Ende. Dieses Stück für Countertenor, zwei Schauspieler, Schlagzeug, Streicher und kleinem Chor verfremdet mythisierend und ironisierend eine moderne Beziehungsgeschichte. Aber hier scheitert das Paar nicht an prosaischen Lappalien, sondern am Traum, die Liebe biete ein Gegengewicht wider die eigene Ödnis. Lyrik, Gesang, Musik sind hier die Ausdrucksformen, von den letzten Dingen sprechen zu dürfen. Silke Scheuermann setzte ein Zitat von Fernando Pessoa ihrem Libretto voran: "Ich bin ein verwaistes, klosterähnliches Haus, von scheuen, verstohlenen Gespenstern in Schatten getaucht. Ich bin immer im Zimmer daneben, oder die Gespenster sind dort, und laut rauschen die Bäume um mich her ..."

Silke Scheuermann, geboren 1973 in Karlsruhe, lebt in Frankfurt am Main. Sie zählt mittlerweile zu den vielfach ausgezeichneten jungen deutschsprachigen Lyrikerinnen und Prosa-Autorinnen.

Catherine Milliken, geboren in Australien, war lange Zeit Mitglied des Ensemble Modern und lebt seit 2005 als Komponistin, Hörspielmacherin und Leiterin der Education-Abteilung der Berliner Philharmoniker in Berlin.

Dietmar Wiesner lebt als Flötist des Ensemble Modern in Frankfurt am Main. Neben eigenen Hörspielen und Kompositionen schreibt er regelmäßig Theatermusiken für das Schauspiel Frankfurt, das Deutsche Schauspielhaus Hamburg oder die Comédie française Paris.

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Mitwirkende

Sprecher/SprecherinRolle/Funktion
Chris PichlerDie Frau
Michael RotschopfDer Mann
Daniel GlogerDas Haus

Ensemble: Offenbacher Streichquartett: Jagdish Mistry (Violine), Sabine Akiko Ahrendt (Violine), Werner Dickel (Viola), Michael M. Kasper (Violoncello)

Musik: Daniel Gloger (Countertenor), David Haller (Schlagzeug)

Chor: Vokalensemble der Hochschule für Darstellende Künste und Musik Frankfurt am Main


 


Quellen zum Hörspiel - © DRA/Michael Friebel


PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Hessischer Rundfunk / Südwestrundfunk / Deutschlandradio 2008

Erstsendung: 18.06.2008 | 45'22


AUSZEICHNUNGEN

  • Deutscher Kritikerpreis 2009


REZENSIONEN

  • Markus Collalti: Funk-Korrespondenz. Nr. 27/28. 04.07.2008. S. 25
  • Eva-Maria Lenz: epd medien. Nr. 52. 02.07.2008. S. 21f.
  • Hans-Ulrich Wagner: Flaneure im Hörspielpark. 58.Hörspielpreis der Kriegsblinden: Die Vielfalt neuer deutscher Radiokunst. In: Funk-Korrespondenz, 13.03.2009, S.8

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