ARD-Hörspieldatenbank
Originalhörspiel, Kriminalhörspiel
Alles in Butter
Technische Realisierung: Eduard Kramer, Adeltraut Schumann
Regieassistenz: Wolf Qiel
Regie: Hein Bruehl
"Das ist alles eine Frage der Größenordnung. Sicher, wenn ein kleiner Angestellter ein paar tausend Mark unterschlägt, das ist Betrug, und der wird auch im Gefängnis landen. Aber im großen Stil, Mahlmann, da sind wir nicht zu packen. Wenn ein Bankhaus mit den Geldern seine Kunden sich um ein paar hundert Millionen verspekuliert, das ist ein Kavaliersdelikt. Gefängnis? Dass ich nicht lache. Die Million, das ist die magische Marke. Die drunter bleiben, das sind die kleinen Diebe. Wir sind drüber. Wir sind ehrenhaft." (Zitat aus "Alles in Butter") Allein in der Bundesrepublik wird der Fiskus jährlich durch Wirtschaftskriminalität um ca. 20 Milliarden Mark geschädigt. Sehr detailliert und vor allen Dingen spannend, dokumentiert die Autorin die Praktiken von Geschäftsleuten, die illegal an EG-Subventionen verdienen. Es besteht eine gewisse dramaturgische Schwierigkeit darin, einen so komplexen und trockenen Stoff wie Wirtschaftskriminalität formal adäquat, d.h. spannend und unterhaltsam zu präsentieren. Die Autorin Anna Dünnebier benutzt zur Lösung dieses Problems das Muster des Kriminalstücks. Die Verwendung "trivialer" Strukturen ist eine üblich gewordene Methode, wenn es darum geht, Unterhaltung und Didaktik miteinander zu verbinden. (SR-Information 6/'75)