ARD-Hörspieldatenbank


Originalhörspiel, Dokumentarhörspiel



Die Quellen sprechen (2. Teil: Deutsches Reich Januar 1938 - August 1939)

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933 – 1945


Übersetzung: Susanne Heim

Bearbeitung (Wort): Susanne Heim

Redaktion: Katarina Agathos, Herbert Kapfer

Technische Realisierung: Marcus Huber, Susanne Herzig, Peter Kainz

Regieassistenz: Stefanie Ramb, Jasmin Schäffler


Regie: Ulrich Gerhardt

In der immer aggressiveren antijüdischen Politik im Deutschen Reich setzt der Novemberpogrom 1938 die entscheidende Zäsur vor dem Beginn der Deportationen. Die sich anschließende enthemmte "Arisierung" und die radikalere Vertreibungspolitik gegen die jüdische Bevölkerung gehen Hand in Hand mit dem NS-Rüstungsplan und der Expansion des Deutschen Reichs. In den 20 Monaten zwischen Januar 1938 und dem 31. August 1939 annektierte Deutschland im März Österreich, im Oktober das Sudetenland. Im März 1939 "übergab" Litauen das Memelland an die NS-Regierung. Eine Woche zuvor war die Wehrmacht in Prag einmarschiert, am 1. September fiel sie in Polen ein. In seiner Reichstagsrede vom 30. Januar 1939 gab Hitler dem "internationalen Finanzjudentum" die Schuld an einem möglichen neuen Weltkrieg und fügte an, dass das Ergebnis "die Vernichtung der jüdischen Rasse in Europa" sein werde. Einen konkreten Plan zum Genozid hatte er aber noch nicht. Doch tauchten in den Zeitungen vermehrt Begriffe auf wie "endgültige Lösung der Judenfrage". Spätestens seit dem Novemberpogrom herrschte für Juden in Deutschland Lebensgefahr. Im Jahr 1938 verfünffachte sich die Zahl der Flüchtlinge: Aus dem Altreich emigrierten etwa 40.000 Juden und an die 60.000 aus Österreich. Allerdings wurden sie nirgendwo mit offenen Armen empfangen. Dokumente des 2. Teils: ein Tagebuchauszug eines jüdischen Wiener Arztes, der den von den Österreichern bejubelten Einmarsch der Deutschen am 11. März 1938 beschreibt und von Hetzjagden auf jüdische Geschäfte berichtet, die "liquidiert" oder "arisiert" werden; Eichmanns Brief an seinen Vorgesetzten Hagen über seine Methoden, die österreichischen Juden zur Auswanderung zu zwingen; ausländische Presseberichte, die internationale Proteste gegen die Massenverhaftungen in Deutschland fordern; Heydrichs Fernschreiben zur Durchführung des Novemberpogroms; Bittbrief eines Vaters an eine Londoner Hilfsorganisation um einen Kindertransportplatz für seine Tochter; ein anonymer Bericht, der das Flüchtlingschaos an den deutschen Grenzen schildert.

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Mitwirkende

Sprecher/Sprecherin
Bibiana Beglau
Matthias Brandt
Henny Brenner
Inge Lammel
Abba Naor
Ari Rath
Uri Siegel


Sprecher Matthias Brandt | © BR/Sandro Most

Sprecher Matthias Brandt | © BR/Sandro Most

Sprecher Matthias Brandt | © BR/Sandro Most
Sprecherin Wiebke Puls | © BR/Elias Hassos
Inge Lammel | © BR/Sandro Most
Abba Naor | © BR/Elias Hassos
Ari Rath | © BR/Elias Hassos

Ari Rath
© BR/Elias HassosAri Rath
© BR/Elias Hassos



PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Bayerischer Rundfunk / Institut für Zeitgeschichte/Edition ‚Judenverfolgung 1933–1945‘

Erstsendung: 02.02.2013 | 105'22


AUSZEICHNUNGEN

  • hr2-Hörbuchbestenliste Juni 2015 (1. Platz)
  • Deutscher Hörbuchpreis 2016


REZENSIONEN

  • Stefan Fischer: Die Wucht der Geschichte. In: Süddeutsche Zeitung. 24.01.2013. S.31.

Darstellung: