ARD-Hörspieldatenbank


Originalhörspiel



Jan Georg Schütte

Mutter und Sohn

Live-Improvisationshörspiel


Redaktion: Susanne Hoffmann


Regie: Jan Georg Schütte

Er, Michael, Ende vierzig, ist erfolgreicher Werbemusiker mit allen dazugehörigen Accessoires: vollem Terminkalender, dickem Konto, Luxus-Apartment in Hamburger Top Lage, junger, attraktiver Ehefrau und zweijährigem Sohn.Sie, Anfang 70, seinerzeit Kulturjournalistin bei linken Postillen und mit angestammter Verachtung für alles Materielle, ist ideologisch noch immer aufgerüstet bis zu den Zähnen, wuselt auf allen möglichen Greenpeace -, Fairtrade-Veganer-Veranstaltungen rum, eine jener kampfgestählten Idealistinnen, die nachgerade verpestet sind vom Gutmenschentum. Zwei wie Wasser und Feuer. Nie hätte er sich träumen lassen, dass er mal in eine Situation käme, in der er ihrer so sehr bedürfte. Doch nun bleibt ihm keine andere Wahl. Das Schicksal ist mit plötzlicher Gewalt und ohne Rücksicht auf irgendeine Agenda in sein durchgeplantes Leben eingebrochen. Zutiefst erschüttert ringt er sich dazu durch, den Dialog mit seiner Mutter zu initiieren. Jetzt. Eine Essenseinladung bei Michael zuhause soll die beiden Streithähne zusammenbringen. Was heute Abend beginnt, verspricht keine Kuschelveranstaltung zu werden, eher ein schonungsloses Aug-in-Aug, eine beidseitige Prüfung, eine schon ewig aufgeschobene Konfrontation. Alte Wunden könnten aufbrechen, denkbar wäre aber auch eine Annäherung. Ausgang ungewiss.

Der Autor, Regisseur und Schauspieler Jan Georg Schütte liebt Versuchsanordnungen mit offenen Enden. Frei nach dem Motto, was wäre wenn, erstellt er seine Film,- Theater-und Hörspielarbeiten auf der Basis freier Improvisation, das heißt die Dialoge sind zu hundertprozent improvisiert, Plot und Figuren-Biographie aber im vornherein sorgsam ausgearbeitet. Für den NDR gewann Schütte mit dem Hörspiel "Altersglühen oder Speed Dating für Senioren" 2011 den "Deutschen Hörspielpreis der ARD".

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Mitwirkende

Sprecher/SprecherinRolle/Funktion
Jan Georg SchütteSohn
Hildegard SchmahlMutter


Die Vorbereitungen mit einer Familienaufstellung im NDR-Hörspielstudio: Hildegard Schmahl als Mutter, der Therapeut Bernhard Moritz (M.) und der Regisseur, Autor und Sprecher Jan Georg Schütte | © SWR/Wolfgang Seesko

Die Vorbereitungen mit einer Familienaufstellung im NDR-Hörspielstudio: Hildegard Schmahl als Mutter, der Therapeut Bernhard Moritz (M.) und der Regisseur, Autor und Sprecher Jan Georg Schütte | © SWR/Wolfgang Seesko

Die Vorbereitungen mit einer Familienaufstellung im NDR-Hörspielstudio: Hildegard Schmahl als Mutter, der Therapeut Bernhard Moritz (M.) und der Regisseur, Autor und Sprecher Jan Georg Schütte | © SWR/Wolfgang Seesko
Hildegard Schmahl in der Rolle der Mutter und Jan Georg Schütte als Sohn | © SWR/Peter A. Schmidt
Hildegard Schmahl in der Rolle der Mutter und Jan Georg Schütte als Sohn | © SWR/Peter A. Schmidt
Ganz in der Rolle als Sohn: Jan Georg Schütte | © SWR/Peter A. Schmidt

Ganz in der Rolle als Sohn: Jan Georg Schütte
© SWR/Peter A. SchmidtGanz in der Rolle als Sohn: Jan Georg Schütte
© SWR/Peter A. Schmidt



PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Norddeutscher Rundfunk / Südwestrundfunk 2014

Erstsendung: 06.11.2014 | 48'38


REZENSIONEN

  • Eva-Maria Lenz: Tragisch und komisch. In: epd medien, Nr. 19 vom 8.5.2015, S. 43.
  • Jochen Meißner: Auf dem schmalen Grat der Ambivalenzen. In: Medienkorrespondenz, Nr. 10 vom 15.5.2015, S. 52.

Darstellung: