ARD-Hörspieldatenbank


Originalhörspiel



Robert Schoen

Ein verrauchtes Idyll

Frei nach Texten von Empedokles, Ernst Meister, Goethe, Freddy Quinn, Urs Widmer, Dieter Wellershoff, Else Lasker-Schüler, Rilke, Nietzsche und Stephen Emmott


Redaktion: Peter Liermann

Dramaturgie: Peter Liermann

Technische Realisierung: Roland Grosch

Regieassistenz: Ricarda Franzen


Regie: Robert Schoen


Realisation: Robert Schoen

So aufregend der Blick des Entomologen auf das vielfältige Treiben eines Ameisenstaates sein mag, so furchterregend ist der Blick auf eine Welt, in der wir, die Menschen, die Ameisen sind. Spielerisch leicht gelingt es Robert Schoen in seinem neuesten Hörspiel, Menschheitsgeschichte mit Naturgeschichte zu konfrontieren. Heute ist es keine Seltenheit mehr, dass Menschen hundert Jahre alt werden. Ein Menschenleben umspannt ein ganzes Jahrhundert. Ein ungeheurer Zeitraum – und doch nur ein Dilatorium. So rudimentär und bruchstückhaft die Erinnerungen am Ende eines Lebens auch sein mögen, so bewegend und rührend sind sie – entstammen sie denn nicht einer »stillen Verzweiflung«? [Thoreau] »Elisa begann ihre Existenz vor Urzeiten im Körper einer Ameise. Heute ist sie vier Jahre alt und teilt sich die Erde mit sieben Milliarden Menschen. Wenn sie stirbt, werden es zehn Milliarden sein. Woher nimmt Elisa die Energie, Zentimeter um Zentimeter in ihr Leben hinein zu wachsen, während die Mutter nebenan nur noch fernsieht? Wohin wachsen wir als Menschheit? Leben wir den Fortschritt, oder wandern wir Schritt um Schritt fort? Was bleibt am Ende in den Herzen und Hirnen der Hundertjährigen? Und wie sieht es eigentlich bei den Ameisen aus? Sie können kein Feuer wahrnehmen und setzen ihre Arbeit fort, bis sie bei lebendigem Leibe verbrennen. Und im Stehausschank? In welchen Farben gleißt Utopie in einer Bierlache? Das Hörspiel kreist assoziativ um die Kraftfelder Hoffnung und Verzweiflung – es ist eine Meditation über die Zeit zwischen Perm-Trias-Ereignis und dem nächsten Bier. Ein somnambules Herumirren. Eine Traurigkeit.« [Robert Schoen]

Robert Schoen, geboren 1966 in Berlin. Studium der Angewandten Theaterwissenschaften in Gießen. Radioarbeiten seit Mitte der 90er. Hörspielpreis der Kriegsblinden 2011 für »Schicksal, Hauptsache Schicksal« sowie ARD Online Award 2013 für »Heidi Heimat«.

Die Produktion wurde gefördert durch ein Arbeitsstipendium der Film- und Medienstiftung NRW.

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Mitwirkende

Sprecher/Sprecherin
Luise Nachbar
Käthe Göbel
Johanne Wiegershaus
Brunhilde Beckmann
Elfriede Telizien
Maria Limper
Therese Jüngling
Erich Nepp
Herbert Lange
Anneliese Picot
Fanny Treptow
Nora Treptow
Gesine Treptow


Regisseur Robert Schoen. | © HR/Ben Knabe

Regisseur Robert Schoen. | © HR/Ben Knabe


Regisseur Robert Schoen.
© HR/Ben KnabeRegisseur Robert Schoen.
© HR/Ben Knabe



PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Hessischer Rundfunk 2016

Erstsendung: 10.01.2016 | hr2 | 48'25


REZENSIONEN

  • Jochen Meißner: Subtil und suggestiv. In: Medienkorrespondenz, Nr.2 vom 22.1.2016, S. 40.

Darstellung: