ARD-Hörspieldatenbank


Hörspielbearbeitung


Spiegel der Stadt


John Dos Passos

Manhattan Transfer (3. Teil: Die Fröhliche Stadt, die so sicher wohnte)


Vorlage: Manhattan Transfer (Roman, amerikanisch)

Übersetzung: Dirk van Gunsteren

Bearbeitung (Wort): Leonhard Koppelmann, Hermann Kretzschmar

Komposition: Hermann Kretzschmar

Dramaturgie: Manfred Hess

Technische Realisierung: Rainer Schwarz, Martin Eichberg, Andreas Meinetsberger, Achim Fell, Philipp Adelmann, Andreas Völzing, Sonja Röder, John Krol

Regieassistenz: Cordula Dickmeiß, Constanze Renner


Regie: Leonhard Koppelmann

Mit der Neuübersetzung von »Manhattan Transfer«, zeitgleich als Buch im Rowohlt Verlag und als Hörspielursendung von SWR/DLF sowie als CD bei Hörbuch Hamburg, wird ein moderner Klassiker der Weltliteratur wiederentdeckt. Dos Passos' Einfluss reicht von Döblins »Berlin Alexanderplatz« bis hin zu Wolfgang Koeppens »Tauben im Gras« und Paul Austers postmoderner New York-Trilogie. Dirk van Gunsteren hat den Roman in ein modernes, dem Original verpflichtetes Deutsch übertragen und von der Patina wie den Fehlern der Übersetzung von 1927 befreit. Als Erster bewunderte Sinclair Lewis den 1925 veröffentlichten Roman. Siegfried Lenz stimmte ins Loblied ein:»›Manhattan Transfer‹ ist ein epischer Krankheitsbericht, wo allen Schicksalen am Ende nur eines bewiesen wird: ihre Belanglosigkeit. So virtuos wie er hat wohl kein anderer Schriftsteller die Technik des Films auf die Epik übertragen. Das ›Kameraauge‹, wie man ihn nannte, versuchte dem Wesen der Stadt mit Hilfe von Schwenks und Überblendungen, von Perspektivenwechsel und Schnitten beizukommen.« Im Titel auch die alte Passagierstation in New Jersey zitierend, schildert "Manhattan Transfer" das New York vor dem Ersten Weltkrieg – bis zu den Anfängen der 1920er-Jahre. Den Roman zeichnet neben einer filmischen Erzählweise auch eine polyperspektivische Struktur aus, die keinen allwissenden Erzähler und keinen klassischen Protagonisten mehr kennt. Von über hundert, deutlich wie schemenhaft skizzierten Charakteren und Schicksalen im Roman folgt Dos Passos nur wenigen über die gut 20 Jahre erzählter Zeit. Die Hörspielfassung nutzt diese als Ariadnefaden, um in den Dos Passos-Kosmos moderner Stadterfahrung einzutauchen. Zugleich arbeitet sie mit klangmusikalischen Miniaturen, die den Moloch Großstadt in eine künstlerisch-akustische Wirklichkeit überführt.

John Dos Passos, geboren 1886 in Chicago, gestorben 1970 in Baltimore, zählt zu den literarischen Hauptvertretern der US-amerikanischen Moderne. Neben »Manhattan Transfer« begründete seinen Ruf als Romancier und Kritiker kapitalistischer Strukturen seine auf Deutsch mittlerweile vergriffene USA-Romantrilogie »Der 42. Breitengrad« (1930), »1919« (1932) und »Die Hochfinanz« (1936). Als sein Frühwerk »Orient Express« von 1927 2013 auf Deutsch erschien, wurde es von der Kritik hoch gelobt; ebenso seine erst 1997 publizierte Reportage« Das Land des Fragebogens« über das Europa von 1945.

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Mitwirkende

Sprecher/SprecherinRolle/Funktion
Stefan KonarskeErzähler
Maren EggertEllen "Helena" Thatcher-Herf
Max von PufendorfJimmy Herf
Ulrich MatthesGeorge Baldwin
Milan PeschelGus McNeil
Heikko DeutschmannJames Merival
Marc HosemannCongo Jake alias Armand Duval
Axel PrahlDutch Robertson
Nele RosetzFrancie
Effi RabsilberRuth Prynne
Lisa HrdinaAnna Cohen
Alexander KhuonElmer Duskin
Tina EngelMutter von Anna
Imogen KoggeMadame Soubrine
Margit BendokatHester Voorshees
Tonio ArangoMike
Franziska Arnold
Jan Bluthardt
Hansa Czypionka
Arnd Klawitter
Christian Körner
Valerie Koch
Udo Kroschwald
Dörte Lyssewski
Eva Meckbach
Peter Moltzen
Uwe Preuss
Friedhelm Ptok
Christian Redl
Tommaso Ragno
Sophie Rois
Michael Rotschopf
Mandy Rudski
Peter Rühring
Max Simonischek
Annette Strasser


Axel Prahl spricht die Rollen Dutch Robertson, Mondgesicht und Billy. | © SWR/Stefan Kolbe

Axel Prahl spricht die Rollen Dutch Robertson, Mondgesicht und Billy. | © SWR/Stefan Kolbe

Axel Prahl spricht die Rollen Dutch Robertson, Mondgesicht und Billy. | © SWR/Stefan Kolbe
Max von Pufendorf in der Rolle des Jimmy | © SWR/Stefan Kolbe
Ulrich Noethen spricht John Oglethorpe. | © SWR/Stefan Kolbe
Ulrich Noethen als John Oglethorpe und Maren Eggert in den Rollen Ellen, Elaine und Helena | © SWR/Stefan Kolbe
Milan Peschel spricht die Rolle des Gus McNeil. | © SWR/Anke Beims
Michael Rotschopf spricht die Rollen Ed, Mann, Doug und Sanitäter, | © SWR/Anke Beims
Michael Rotschopf spricht die Rollen Ed, Mann, Doug und Sanitäter, | © SWR/Anke Beims

Michael Rotschopf spricht die Rollen Ed, Mann, Doug und Sanitäter,
© SWR/Anke BeimsMichael Rotschopf spricht die Rollen Ed, Mann, Doug und Sanitäter,
© SWR/Anke Beims



PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Südwestrundfunk / Deutschlandradio 2016

Erstsendung: 29.05.2016 | SWR2 | 98'53


VERÖFFENTLICHUNGEN

  • CD-Edition: Hörbuch Hamburg 2016


AUSZEICHNUNGEN

  • Hörspiel des Monats Mai 2016
  • hr2-Hörbuchbestenliste Juli 2016 (1. Platz)
  • hr2-Hörbuchbestenliste August 2016 (4. Platz)
  • Hörbuch des Jahres 2016 der hr2-Hörbuchbestenliste
  • Preis der deutschen Schallplattenkritik 2016 (Bestenliste 3. Quartal)


REZENSIONEN

  • Carolin Würfel: So vielstimmig haben wir New York noch nie gehört. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, Nr. 25 vom 30.1.2016, S. 13.
  • Alexander Kosenina: New York, wie es quietscht und knattert. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, Nr. 113 vom 17.5.2016, S. 12 (CD-Edition).
  • Stefan Fischer: Die Glückssucher. In: Süddeutsche Zeitung, Nr. 114 vom 19.5.2016, S. 39.
  • Alexander Kosenina: Im Getriebe der Großstadt. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, Nr. 117 vom 21.5.2016, S. 16.
  • Christian Deutschmann: Glück und Elend. In: epd medien, Nr. 22 vom 27.5.2016, S. 23.
  • Rafik Will: Stereotype als Stilmittel. In: taz, die tageszeitung vom 21.5.2016, S. 33.
  • Angela di Ciriaco-Sussdorff: Allegorie einer Großstadt. In: Medienkorrespondenz, Nr. 13 vom 24.6.2016, S. 7.
  • Volker Hage: Ein akustischer Raum, ein Hörereignis. In: Medienkorrespondenz, Sonderdruck zur Leipziger Buchmesse vom 10.3.2017.

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