ARD-Hörspieldatenbank


Originalhörspiel, Science Fiction-Hörspiel



Dieter Hasselblatt

Flash-Back FleiFleisch


Redaktion: N. N.


Regie: Hans-Peter Klausenitzer

" Unter dem Einfluß von Psylocybin erlangt ein Mann präkognitive Fähigkeiten. Zuerst glaubt Dr. Eschenloh am psychologischen Institut an einen Scherz, als ihn ein Anrufer nach Weltraummännchen fragt. Als er aber feststellt, daß dessen Beschreibung seiner Rauschvision exakt auf die altersgemäße Zeichnung seiner kleinen Tochter zutrifft, beginnt er sich zunehmend für den Anrufer zu interessieren. Bei einem Besuch im Institut macht Junglehrer Rainer Farchant weitere Vorhersagen, die alle kurze Zeit später verblüffend genau eintreffen. Dagegen steht der Institutsleiter Eschenlohs Interesse skeptisch-distanziert gegenüber, zumal Farchants Fähigkeit zunächst wissenschaftlich nicht signifikant nachzuweisen ist. Erst allmählich stellt sich heraus, daß es Farchant primär weniger um die Präkognition als vielmehr um einen Einstieg gegangen ist, um ins Gespräch zu kommen um einen Untersuchungsvorgang einzuleiten. Wie Farchants Freundin deutlich macht, steht er schon seit längerem unter einem tiefen Gefühlszwang. Es sei ihm an einer tiefgreifenden Veränderung der Gesellschaft gelegen, aber nicht mit Bomben und Terror, die in ihrem affirmativen Charakter ja doch nur Abwehr mobilisierten und damit das, was sie verändern wollten, noch mehr verhärteten. Die Gesellschaft, das seien eben nicht nur die anderen. Er, Farchant, habe sich selbst aufs Spiel gesetzt - das sei der Unterschied! Unter Psylocybin habe er an sich Veränderungen erfahren, und wolle diese in die Gesellschaft einbringen. Es sei endlich an der Zeit, dieser Erfahrungen allgemein nutzbar zu machen, um eine größere Sensibilisierung Einzelner füreinender zu erreichen. Wollte man dies endlich akzeptieren und nicht immer nur diffamieren, könnte daraus wahrhaftig eine Innenbombe werden, endlich eine Explosion von innen heraus! Science Fiction hier einmal weder als Parabel noch als Selbstzweck, sondern als Vorwand in doppeltem Sinn, für den Protagonisten, um sein Anliegen vorbringen zu können, und für den Autor, um Nachdenken über etwas in Gang zu bringen, was sonst von vorneherein in Vorurteilen erstickt wäre." (Pressetext nach Horst G. Tröster: Science Fiction im Hörspiel 1947-1987. Hrsg. vom Deutschen Rundfunkarchiv. Frankfurt am Main 1993)

A
A

Mitwirkende

Sprecher/Sprecherin
Karl-Heinz Bender
Renate Hildebrandt
Wolfgang Kaven
Marianne Lochert
Helmut Woestmann


 


Quellen zum Hörspiel - © DRA/Michael Friebel


PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Hessischer Rundfunk 1975

Erstsendung: 28.06.1975 | 58'52


Darstellung: