ARD-Hörspieldatenbank


Hörspielbearbeitung



Dana von Suffrin

Otto


Vorlage: Otto (Roman)

Komposition: Polina Lapkovskaja

Redaktion: Katja Huber

Technische Realisierung: Winfried Messmer, Susanne Herzig

Regieassistenz: Pauline Seiberlich


Regie: Stefanie Ramb

Für sein Umfeld war Otto, der pensionierte jüdische Ingenieur, schon immer eine Heimsuchung. Nun werden seine Töchter Timna und Babi, beide Anfang 30, auch noch mit seiner Krankheit konfrontiert. Otto, knapp 80, ist aufbrausend, manipulativ, distanzlos und von wahnwitzigen Einfällen beseelt − und jetzt ein Pflegefall. Seinen Töchtern macht er unmissverständlich klar: Ich verlange, dass ihr für mich da seid. Und zwar immer! Die Schwestern müssen jetzt erfahren, wie schwer es fällt, von einem Menschen Abschied zu nehmen − auch wenn man ihn sein ganzes Leben eigentlich loswerden wollte. Als Otto aus dem Krankenhaus zurückkehrt, beginnt für Timna und Babi ein Jahr voller unerwarteter Herausforderungen, aber auch ein Jahr der Begegnung mit der eigenen Vergangenheit und Familiengeschichte, die so ungewöhnlich ist, dass Außenstehende nur den Kopf schütteln können. Klug, liebevoll und mit schwarzem Humor erzählt Dana von Suffrin, wie Timna versucht, ihre dysfunktionale Familie zusammenzuhalten, ohne selbst vor die Hunde zu gehen. Otto verhandelt vieles: das deutsche Judentum, die Familie und all ihre Segen und Schrecken, Alter und Tod − und ist Hommage und Abrechnung zugleich: Das Portrait eines Mannes, in dessen jüdischer Biografie das ganze schlimm-schöne 20. Jahrhundert aufscheint.

„Otto ist die Geschichte einer Vater-Tochter-Beziehung, aber darüber hinaus habe ich auch versucht, universelle Themen und Menschen in ihrer ganzen Ambivalenz zu behandeln. Auch wenn jemand keine Ahnung vom Judentum hat, soll er sich wiederfinden können: als Vater, als Kind, als Träger von Liebe, Hoffnung, Schuld und Pflicht; als Stimme der Vernunft, als Scheusal, als Opfer oder als Freund.“ (Dana von Suffrin).

Dana von Suffrin, geb. 1985 in München. Studium in München, Neapel und Jerusalem. 2017 Promotion mit einer Arbeit zur Rolle von Wissenschaft und Ideologie im frühen Zionismus, seitdem Postdoc an der LMU. Debütpreis des Buddenbrookhauses, Ernst-Hoferichter-Preis und Hölderlin-Förderpreis für ihr Romandebüt Otto (2019). Otto ist ihr Hörspiel-Debüt.

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Mitwirkende

Sonstige Mitwirkende
Robert Dölle, Enea Boschen, Luana Velis, Helena Schrei, Clara Naumann, Stephanie Schönfeld, Barbara Horvath, Christiane Roßbach, Helmut Berger, Hemma Michel, Daniel Haucke, Andreas Dirscherl, Maximilian Birnstiel, Rahel Comtesse, Peter Veit


Enea Boschen als Timna. | © BR/Pauline Seiberlich

Enea Boschen als Timna. | © BR/Pauline Seiberlich

Enea Boschen als Timna. | © BR/Pauline Seiberlich
Luana Velis als Babi während der Studioaufnahmen für das Hörspiel »Otto«. | © BR/Pauline Seiberlich
Dana von Suffrin. | © BR/Gerald von Foris
Robert Dölle als Otto bei den Aufnahmen im Studio des BR. | © BR/Pauline Seiberlich

Robert Dölle als Otto bei den Aufnahmen im Studio des BR.
© BR/Pauline SeiberlichRobert Dölle als Otto bei den Aufnahmen im Studio des BR.
© BR/Pauline Seiberlich



PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Bayerischer Rundfunk 2020

Erstsendung: 10.04.2021 | Bayern 2 | 76'11


REZENSIONEN

  • Alexander Matzkeit: Erinnerungsteppich. In: epd medien Nr. 17. 30.04.2021. S. 35.

Darstellung: