ARD-Hörspieldatenbank


Originalhörspiel



Pauline Jacob, Isabel Mehl

Pamelas Potenziale – Zauber, Flöte, Deluxe


Komposition: Georg Conrad, Isabel Mehl

Redaktion: Gerrit Booms

Dramaturgie: Gerrit Booms

Technische Realisierung: Georg Conrad

Regieassistenz: Lisa Schmalz


Regie: Pauline Jacob

Pamela steht unter Druck. Was bedeutet ihr großer Traum von der Karriere als Opernsängerin, wenn sie sich dafür mit dem Opernbetrieb herumschlagen muss - also mit Konkurrenzkampf, Selbstvermarktung und einer rassistischen Aufführungspraxis? Die letzte Chance, dem 'Klub 27' beizutreten, hat sie sowieso schon vergeigt: Sie lebt noch und ist 28 Jahre alt. Wenn das mal kein überzeugendes Indiz dafür ist, dass sie einfach nicht gut genug singt. Doch ihre Stiefmutter Iris, eine einflussreiche Agentin, spielt ihr unvermittelt eine Riesenchance zu: Pamela braucht 1.791 Follower, damit Iris sie ganz groß rausbringt. Von jetzt an singt Pamela gegen die Uhr, legt sich nebenbei mit ihrer Zimmerpflanze an und reflektiert gemeinsam mit ihrer anderen Gesprächspartnerin Parallela die zeitgenössische Inszenierungspraxis auf den großen Bühnen. Getragen von Opern-Motiven setzt sie sich über den Kanon hinweg und kämpft mit der Oper gegen die Oper.

Pauline Jacob arbeitet als Sängerin/Performerin und Musiktheatermacherin in den Grenzbereichen des Musiktheaters. Ihr Fokus liegt dabei auf dem Austesten neuer Musiktheaterformen und der künstlerischen Ermächtigung von Sängerinnen

und Sängern

, die nicht der heteropatriarchalen Norm entsprechen, auf der Bühne. Sie studierte klassischen Gesang an der HfMT Hamburg und macht aktuell neben ihrer künstlerischen Arbeit den Master 'Angewandte Theaterwissenschaften' in Gießen. Pauline Jacob ist zum einen als Darstellerin auf der Bühne zu sehen (u.a. Junge Deutsche Oper Berlin, Kampnagel Hamburg, Neuköllner Oper Berlin, Schauspiel Hannover, Staatsoper Stuttgart) und entwickelt zum anderen freie Arbeiten mit Künstler

innen anderer Disziplinen; darunter die Performances 'Vier freundinnenschaftliche Duette' und 'Prächtiger Vogel Leierschwanz' oder das Kurzhörspiel 'Wir - viele' (gemeinsam mit Isabel Mehl und Georg Conrad).

Isabel Mehl, geboren in Berlin, lebt in Hamburg und promoviert über die Funktion der Fiktion in der Kunstkritik am Graduiertenkolleg 'Kulturen der Kritik' an der Leuphana Universität Lüneburg. Sie ist als freie Autorin und Kunstkritikerin tätig und veröffentlicht u.a. in: Texte zur Kunst, frieze und PROVENCE. Im Zentrum ihrer Arbeit steht der Dialog - MitarbeiterInnen sind u.a. die Kunsthistorikerin Oona Lochner, die Künstlerin Grazyna Roguski und Susan Funk (als DJ DUO). Im Jahr 2012 war sie Mitbegründerin des Feministischen Arbeitskollektivs (FAK) und Mitherausgeberin der Publikation 'Body of Work'. Zuletzt konzipierte sie mit der Kritikerin Masha Tupitsyn eine kritisch-experimentelle Studie zur Smartphonenutzung in der Gegenwart samt Intervention, die 'Bar No Wifi' und das Kurzhörspiel 'Wir - viele' (gemeinsam mit Pauline Jacob und Georg Conrad).

Georg Conrad, bildet gemeinsam mit Marius Bubat seit 2009 das elektronische Live-Act Duo COMA beim renommierten Label Kompakt, das in der Kölner Clubkultur ebenso zuhause ist wie in den Clubs von Barcelona, Paris und Berlin. Nebenher diverse musikalische Projekte, u.a. Remix für den Songwriter William Fitzsimmons, Produzent anderer Bands im eigenen Tonstudio (Vimes, Beeline) und Kollaborationen für die Kölner Philharmonie im Rahmen der Konzertreihe 'Tripclubbing', wo er Künstler verschiedener Genres live remixed. Seit 2013 arbeitet er außerdem als musikalischer Leiter und Komponist mit dem Theaterregisseur Alexander Giesche zusammen, u.a. am Theater Bremen, den Münchner Kammerspielen und am Luzerner Theater. Aktuell entwickelt er gemeinsam mit Pauline Jacob und Isabel Mehl Hörspielproduktionen.

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Mitwirkende

Sprecher/SprecherinRolle/Funktion
Pauline JacobPamela
Lisa Florentine SchmalzZimmerpflanze
Julia RiedlerMam Rea/Iris/Papa


 


Quellen zum Hörspiel - © DRA/Michael Friebel


PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Westdeutscher Rundfunk 2020

Erstsendung: 17.12.2020 | Deutschlandfunk Kultur | 55'16


Darstellung: