ARD-Hörspieldatenbank


Hörspielbearbeitung, Mundarthörspiel



Pierre Kretz

"Vrloreni Laawa" oder "Verlorene Leben"

Heerspeel adaptiert fers radio, ewersezt von Pierre Kretz uss sinem romàn "Vies Dérobées" un von Irène Kuhn en's ditcha ewersezt unter'm titel "Verlorene Leben"


Sprache des Hörspiels: elsässisch


Vorlage: Vies Dérobées (Verlorene Leben) (Roman, französisch)

Übersetzung: Irène Kuhn

Bearbeitung (Wort): Uta-Maria Heim

Komposition: Lukas Fretz

Dramaturgie: Uta-Maria Heim

Technische Realisierung: Andreas Völzing, Sonja Röder

Regieassistenz: Philippe Mainz


Regie: Mark Ginzler

Ein »Heerspeel adaptiart fers radio, ewersezt von Pierre Kretz uss sinem romàn ›Vies Dérobées‹ un von Irène Kuhn un Claire Bray en’s ditcha ewersezt unter’m titel ›Verlorene Leben‹« – so untertitelt der Autor Pierre Kretz sein Stück. Und da sind wir schon mitten im Thema: dem »Elsasserditsch «. Eine sterbende Sprache jenseits des Rheins, ein krauses Alemannisch, dem hiesigen nicht unähnlich, doch häufig hin- und herübersetzt aus dem Französischen bis ins Hochdeutsche und wieder zurück. So zerrissen wie die Geschichte des Elsass, so brüchig ist sein Dialekt. In ein, zwei Generationen wird er fast ganz verschwunden sein. Schon heute ist es schwer, Schauspieler*innen zu finden, die das elsässische Alemannisch als Muttersprache beherrschen. Und vielleicht wird es deshalb nur noch wenige Mundarthörspiele auf Elsasserditsch geben. »Verlorene Leben« spielt vor allem zur Zeit des Nationalsozialismus, mehrere widersprüchliche Charaktere prallen aufeinander. Da ist Alois Stumpf, der wunderfitzige Briefträger von Kleinsdorf. Der Pfarrer August Seelig, der ein schweres Los auf sich nimmt. Schnurtzi, das Wildschwein, dessen kluger Kopf ausgestopft an der Wand hängt. Und noch einige mehr. Aus ihren Monologen setzt sich das Bild von Ernest Schmitt zusammen, einem Anwalt, der selbst nicht zu Wort kommt, weil er auf rätselhafte Weise verschwunden ist.

Pierre Kretz, 1950 in Sélestat im Elsass geboren, ist Jurist und seit über 20 Jahren freier Autor. »Verlorene Leben« erschien zunächst auf Französisch. Die Monologe aus diesem Roman, die Kretz sehr frei übersetzt und dramatisiert hat, spiegeln die Mentalität der Leute im Elsass wider, die um ihr eigentliches Leben gebracht wurden. Die im Zweiten Weltkrieg gezwungen wurden, ein anderes Leben zu führen, das Leben eines anderen. Menschen, die sich fremd wurden und ihr Leben verloren. Große Anerkennung und Resonanz erhielt Pierre Kretz für sein elsässisches Mundartstück »Ich ben a beesi Frau«, das sowohl vom SWR als auch vom SRF inszeniert wurde. Nicht zuletzt dafür erhielt er im Frühjahr 2019 den »Hebeldank«.

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Mitwirkende

Sprecher/SprecherinRolle/Funktion
Luc SchillingerAlois Stumpf
Francis FreyburgerPfarrer August Seelig
Monique SeemannAlice Schmidt
Bénédicte KeckGermaine G.
Arthur GanderMax Willsdorf
Tobias KempfRené Kayser
Cathy Bernecker-DinglerSchnurzi, Stimme
Jean-Pierre SchlaggHerrmann Bickler

Musik: Daniela Gabriel (Akkordeon)

 


Quellen zum Hörspiel - © DRA/Michael Friebel


PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Südwestrundfunk 2021

Erstsendung: 02.01.2022 | SWR4 Baden-Württemberg | 53'45


AUSZEICHNUNGEN

  • Zonser Hörspielpreis 2021

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