ARD-Hörspieldatenbank


Ars acustica



Hartmut Geerken, Salomo Friedlaender

insulae. Erschaffung einer eigenen Insel


Vorlage: Texte

Technische Realisierung: Ernst Hartmann, Beate Braun


Realisation: Hartmut Geerken

Drei Inseln, die geografisch und atmosphärisch nicht weiter voneinander entfernt sein könnten. Die bekannteste ist das überlaufene Bali, fast vergessen hingegen ist Gavdos im Mittelmeer, mit nur 30 Einwohnern. Die dritte ist von besonderer Art. Während die Insel Bali seit Jahrzehnten Touristenmassen anzieht, ist der südlichste Fels Europas, der bei Homer Ogygia heißt und sich heute Gavdos nennt, fast vergessen. Die durch das Meer isolierten Inseln werden in „insulae“ akustisch präsent – mit Geräuschen, Musik, Stille und einer Stimme, die kurze Passagen aus den Exil-Tagebüchern des Berliner Philosophen Salomo Friedlaender/Mynona aus den 1940er-Jahren artikuliert. Friedlaender schaffte sich nach der Vertreibung aus seiner Heimat in den Jahren 1933 bis zu seinem Tod 1946 in einer winzigen Sozialwohnung in Paris und unter katastrophalen ökonomischen und politischen Verhältnissen seine eigene, nur auf seiner inwendigen Landkarte verzeichnete Insel. Er nannte sie „ICH-Heliozentrum.”

Hartmut Geerken, geboren 1939 in Stuttgart, Schriftsteller, Komponist, Jazz-Musiker, Hörspiel- und Filmemacher. Für die Hörspiele „südwärts, südwärts – nach einer dokumentarischen niederschrift von anselm ruest“ (BR 1989) und „hexenring“ (BR 1994) erhielt er den Karl-Sczuka-Preis. Letzte Hörstücke: „Orgie mit mir selber“ (Deutschlandfunk 2015) und „twenty days of optimism “ (Deutschlandfunk 2017). Geerken starb am 21. Oktober 2021 in Wartaweil.

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Mitwirkende

Sprecher/Sprecherin
Hartmut Geerken
Volker Risch


 


Quellen zum Hörspiel - © DRA/Michael Friebel


PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Deutschlandradio 2013

Erstsendung: 06.12.2013 | 49'40


Darstellung: