ARD-Hörspieldatenbank


Hörspielbearbeitung



Maurice Blanchot

Aminadab (2. Teil)


Vorlage: Aminadab (Roman, französisch)

Übersetzung: Marco Gutjahr

Bearbeitung (Wort): Klaus Buhlert

Komposition: Klaus Buhlert

Technische Realisierung: Martin Eichberg, Jan Fraune, Philipp Adelmann, Klaus Buhlert

Regieassistenz: Lena Demke


Regie: Klaus Buhlert

Thomas befindet sich in einem Haus, das mal Sanatorium, mal Klinik, Irrenanstalt oder Gefängnis zu sein scheint. Die Bediensteten des Hauses sind ihm bei seiner Suche nach Antworten keine Hilfe. Wird er selbst zu einem von ihnen?

Thomas trifft auf weiteres Personal des undurchdringlichen Hauses, das er durchwandert, und wird in weitere Geheimnisse und Gepflogenheiten desselben eingeweiht. Ihm wird von einem Aufstand berichtet, der die Grundfesten des Hauses erschüttert hat. Noch immer sucht Thomas nach seiner Rolle in diesem Gefüge. Ein zentrales Motiv in Maurice Blanchots Text ist die literarische Erfahrung, die für die Hausbewohner nicht Vergnügen, sondern Arbeit − ja, mehr noch: Bestrafung, Folter, Pein ist. Sprachbilder werden aneinandergereiht, chaotisch wie die Räume, durch die Thomas sich bewegt und die ihn ebenso durcheinander zurücklassen. Die Worte hallen in uns Hörenden wider, fremd, die Wahrheit berührend, der wir versuchen näherzukommen, ohne sie fassen zu können. Das Haus mit seinen Regeln stellt ein geschlossenes System dar − wie die Sprache, die quälend sein kann durch das, was sie offenbart oder auch verdeckt.

Die Welt, die Maurice Blanchot in seinem Text erschafft, erinnert mit ihren zahlreichen Verordnungen an Kafka, wagt sich aber noch deutlich weiter ins Obskure vor. Darauf hat auch Jean-Paul Sartre hingewiesen, der in Blanchots Roman ein „Zeichen des Desasters“ sah, das die Geschichte des 20. Jahrhunderts kennzeichnet.

Maurice Blanchot (1907−2003) war ein französischer Journalist, Literaturtheoretiker und Schriftsteller. Er hatte bedeutenden Einfluss auf das französische Geistesleben und insbesondere den Poststrukturalismus. Mit dem Philosophen Emmanuel Levinas, den er während seines Philosophie- und Deutschstudiums in Straßburg kennengelernt hatte, verband ihn eine lebenslange Freundschaft. Blanchots literarisches Schaffen beschäftigt sich unter anderem mit der Erfahrung des Lesens und Schreibens. Sein bekanntestes Werk ist der Roman „Thomas, der Dunkle“ (1941). Der Roman „Aminadab“ erschien 1942.

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Mitwirkende

Sprecher/SprecherinRolle/Funktion
Jens HarzerErzähler
Bibiana BeglauBarbe
Dimitrij SchaadJerome, Mann 2
Manuel HarderThomas
Johannes SilberschneiderÄlterer Angestellter, Oberkellner
Marina GalicLucie
Franz PätzoldDom
Wolfram KochÄlterer Spieler
Jan BülowJüngerer Spieler, Mann 1
Manfred ZapatkaWächter

Musik: Klaus Buhlert

 


Quellen zum Hörspiel - © DRA/Michael Friebel


PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Deutschlandradio 2022

Erstsendung: 27.11.2022 | Deutschlandfunk Kultur | 83'45


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