ARD-Hörspieldatenbank


Originalhörspiel



Fritz Walter Bischoff, Edmund Nick

Song

Wort und Ton der Zeit in zwei Sätzen und einem Zwischenspiel


Komposition: Kurt Weill, Edmund Nick, Ernst Krenek


Regie: Fritz Walter Bischoff

1. Satz: Sehnsucht und Abenteuer. Zwischenspiel: Musik in Harlem (U.S.A.). 2. Satz: Witz und Groteske. Worte: Brecht, Bischoff, Engel, Kästner, Tucholsky, Schück u.a. Musik: Weill, Nick, Krenek u.a.

"Die Berliner Aufführung von 'Song' (das Werk wurde von uns schon nach seiner Breslauer Premiere lobend besprochen) unter Leitung seiner Autoren F. W. Bischoff und E. Nick ist in zweifacher Hinsicht von Bedeutung. Einmal wurde ein aus den akustischen Bedingtheiten des Funks mit Instinkt und Zeitgefühl geschaffenes Werk auch in Berlin zur Diskussion gestellt, das sich ohne literarisch-musikalische Haltung zu verlieren, dennoch an einen breiten Hörerkreis wendet und von ihm verstanden werden kann. Und weiter bedeutet die Aufführung einen Bruch mit den bisher üblichen Regie- und Geschmacksmonopolen an der Berliner Funk-Stunde. Der Song wird als Ausdruck der Sehnsucht, der Abenteuerlust und der Ironie genommen. Musik, Rezitation und Erklärung fließen in einer sehr anregenden Form ineinander. Trotzdem erkennt man unschwer die Grenzen dieses Hörspiels: es will von der künstlerischen Form des Songs aus der "Zeit" darstellen, einfangen, aber es nimmt diese Form allzu einseitig, es streift nicht selten eine Sentimentalität, die sicher in der Zeit irgendwo liegt, aber keineswegs eines ihrer typischen Zeichen ist, es streift eine romantische Schwärmerei, die sich wohl im Äußerlich-Gegenständlichen, aber nicht im Inhalt von früheren stimmungshaften Verblasenheiten unterscheidet." (Deutscher Rundfunk, 7. Jg., Heft 39 vom 27. September 1929, S.1256)

"Großer Erfolg das Regiegastspiel des Breslauer Intendanten F. W. Bischoff mit seiner Fonomontage "Song". Wort und Ton der Zeit, Heimweh- und Freudenlied des Negers in USA., Tempo, Glanz, Härte und Sentimentalität der Großstadt, "neue Sachlichkeit" und trotz aller Schnoddrigkeit ein Stückchen Gefühl - sehr wirksam und besonders interessant durch den überaus gelungenen Versuch der Verbindung von gesprochenem Wort, Original- und Schallplattenmusik."  (Die Sendung, 6. Jg., Nr. 39 vom 27. September 1929, S. 652)

"Das Streben nach einer neuen, nur im Funk möglichen Form, die sich des musikalischen und sprachlichen Ausdrucks zur Gestaltung einer beide Ausdrucksmöglichkeiten umfassenden Gesamtidee bedient, ergab jenen neuen Typus, für den in der Hörfolge "Song" [...] ein Beispiel geschaffen wurde." (Funk, Heft 35 vom 30. August 1929, S. 156)

"Die auch in Breslau schon zweimal sehr erfolgreiche Hörfolge von Bischoff und Dr. Nick erlebte in der vorigen Woche der Berliner Funkstunde und im Deutschlandsender eine Neuaufführung, die von der gesamten führenden Presse als ein besonderes funkisches Ereignis begrüßt und gefeiert wurde. Die Blätter äußern sich zum Teil in so enthusiastischen Worten über diesen Abend, daß man daraus keine allzu schmeichelhaften Schlüsse für das sonstige Berliner Programm ziehen muß. Es sieht also wirklich so aus, als ob die Breslauer Funkleute den anderen, einschließlich Berlin, ein ganzes Ende voraus sind und das freut uns natürlich." (Ostdeutsche Illustrierte Funkwoche, 6. Jg., Nr. 39 vom 29.09.1929, S. 6)

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Hörspiel historisch (vor 1933) - © DRA/Hanni Forrer


PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Deutsche Welle GmbH (Berlin) 1929

Erstsendung: 20.09.1929 | 20:00 Uhr


Livesendung ohne Aufzeichnung


Grundlage der Datenerhebung: Der Deutsche Rundfunk (Programmzeitschrift); Deutsche Welle (Programmzeitschrift); Die Sendung (Programmzeitschrift); Funk (Wochenschrift des Funkwesens); Ostdeutsche illustrierte Funkwoche (Programmzeitschrift)


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