ARD-Hörspieldatenbank


Originalhörspiel



Auditor

Krug Aktien 117

Ein Hörspiel



Regie: Ben Spanier

Personen: Kommerzienrat Leonhard Krug, Vorsitzender des Aufsichtsrats der L. Krug AG. für Landwirtschaftliche Maschinen Adam Krug, sein Sohn, Direktor bei der Krug AG. Eva Juanita Johannsen, Braut von Adam Krug Jacob Weber, Prokurist bei der Krug AG. Mitglieder des Aufsichtsrats der Krug AG.: Exzellenz von Grammwitz und Rechtsanwalt Justizrat Dr. Rosenbaum Wilhelmine Schurrer, Arbeiterin in den Krugwerken Fritz Völp, Arbeiter in den Krugwerken Martin Kregel, Arbeiter in den Krugwerken Kaleilukat, Kantinenwirt in den Krugwerken Leopold Loppstädt, Finanzagent Harry G. Morrawitz, Direktor der Union-Bank Walace J. Cox, Vize-Präsident der Empire Trust Comp. in New York William G. Webster, General-Manager der Websters Masch. Limited, Chikago Dr. Ruth Toeplitz, Journalistin Yvonne, Bardame in der Jockeybar Kapellmeister der Jockeybar Effektenhändler der Union-Bank Der Notar: Rechtsanwalt Kilser Telefonist Ort der Handlung: Altstadt Zeit: Gegenwart (Funk-Stunde, Nr. 41 vom 04.10.1929, S. 1316)

"Das Hörspiel behandelt das aktuelle Problem des Eindringens amerikanischen Kapitals in die heimatliche Industrie. Nach langem erbitterten Kampf, den die Krug-Werke gegen die ausländische Konkurrenz geführt haben, wird die alte Verwaltung in der Generalversammlung durch ihre amerikanische Konkurrenz gestürzt, die die Aktienmajorität gewonnen hat. Der Endkampf wird in lebhafter Szenenfolge von einem Auftakt an der Börse, über Konferenzen, Aufsichtsratssitzungen bis zur Abstimmung in der Generalversammlung geschildert. Der Kampf um die Aktien steht äußerlich im Vordergrund, der eigentliche Kampf dagegen wird nicht um die Aktien ausgetragen, sondern um die Weltanschauungen, die aufeinander stoßen und um den Sieg ringen, der entscheidend für die künftige Gestaltung unseres gesellschaftlichen Lebens ist. Hinter den Aktien, hinter den Maschinen, die um die Gestaltung ihrer Ideen ringen. Amerikanischer moderner Geschäftsgeist ringt mit alten Unternehmeranschauungen verschiedener Auffassungen. Lohn- und Arbeitsprobleme werden auch unter den Arbeitern ausgetragen." (Deutscher Rundfunk, 7. Jg., Heft 40 vom 04. Oktober 1929, S. 1283)

"Auditor hat jetzt sein 3. Hörspiel "Krug Aktien 117" herausgebracht, welches gleichzeitig in Berlin und Frankfurt aufgeführt wurde. In neun Szenen ohne Pause erlebten wir den Kampf gegen das ausländische Geld, welches nach deutschem Besitz greift. Inländische Geldinstitute in Verbindung mit ausländischen Aufkäufern, unter Beiziehung skrupelloser deutscher Finanzagenten, verkaufen ihren Auftraggebern die Aktienmajorität und fallen damit dem deutschen Kapital in den Rücken. Der Gang dieser Aktion, fesselnd und wahrheitsgetreu dargestellt, führte uns in die Aufsichtsratssitzung mit der Tagesordnung "Kreditkündigung" zeigt Stimmungsbilder aus Börse und Fabrik, läßt uns zum Schluß an der entscheidenden Generalversammlung teilnehmen. Für uns Deutsche belehrend, aber auch beschämend. Der Zweck des Stückes wird erreicht, wenn auch gesagt werden muß, daß der "Fall Panicke" und "Reissinger contra Reissinger", ebenfalls von Auditor, die Spannung des Hörers länger anhalten läßt, da der Ausgang des Konfliktes bei jenen Hörspielen nicht so sicher vorausgesehen werden kann, wie bei "Krug Aktien 117". Die Aufführung war sonst recht gut." (Die SÜRAG, Nr. 42 vom 20. Oktober 1929, S. 23)

"In erstaunlich rascher Aufeinanderfolge hat das juristische Terzett "Auditor" eine Reihe von Hörspielen geschaffen. Alle hatten den einen Zweck: aufzuklären und Einblick in wesentliche Einrichtungen der Gesellschaft zu verschaffen. Der "Fall Pannicke", Auditors Spitzenleistung, war von verblüffender Mikroechtheit. Dann begann sich die Ueberproduktion zu rächen. Und das letzte Hörspiel Auditors "Krug-Aktien 117" zeigte bereits empfindlich schwache Stellen. Der durch skrupellose Broadway-Jobber herbeigeführte Niedergang der einst führenden Krug-Werke hat zweifellos einige gekonnte Szenen. Doch das Ganze blieb matt. Denn hier versucht Auditor mit dem Theaterstück zu kokettieren. Deutlich dokumentiert sich das im Aufbau vieler Szenen. Die Rolle des alten Krug war darum eine Stilmischung zwischen Ohnet und Sudermann. Theater also! Die mikrostarke Sachlichkeit des untheatralischen "Pannicke", das Zwangsläufige, Lebensechte fehlte. Die Grenzen zwischen Hörspiel und Schauspiel waren verwischt." (Die Sendung, 6. Jg., Nr. 42 vom 18.10.1929, S. 703)

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Hörspiel historisch (vor 1933) - © DRA/Hanni Forrer


PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

SÜWRAG - Südwestdeutscher Rundfunkdienst AG (Frankfurt am Main) 1929

Erstsendung: 09.10.1929 | 20:00 Uhr | ca. 90'00


Livesendung ohne Aufzeichnung


Grundlage der Datenerhebung: Der Deutsche Rundfunk (Programmzeitschrift); Südwestdeutsche Rundfunkzeitung (Programmzeitschrift); Die Funkstunde (Programmzeitschrift); Die SÜRAG (Programmzeitschrift)


REZENSIONEN

  • "Krug Aktien 117" in: Deutscher Rundfunk, 7. Jg., Heft 42 vom 18. Oktober 1929, S. 1346.

Darstellung: