Hörspielbearbeitung

Autor/Autorin: Wolf Biermann

Der DRA-DRA

Die große Drachentöterschau in acht Akten mit Musik
Theaterstück als stereophones Hörspiel

Vorlage: Der DRA-DRA (Theaterstück)
Komposition: Wolf Biermann
Bearbeitung (Musik): Peter Zwetkoff
Technische Realisierung: Hans Wurm, Christa Wild-Grune
Regieassistenz: Georg Felsberg, Johannes Hertel

Regie: Dieter Munck

  • Weitere Mitwirkende

    Sprecher/SprecherinRolle/Funktion
    Rudolf GrabowHans Folk, Drachentöter
    Dieter BrammerDer Drache Dra-Dra
    Kurt MeiselGouverneur der Drachen
    Edgar WiesemannLeibrezitator des Dra-Dra
    Ulrich HauptLeibfilusof des Dra-Dra
    Regine LutzVirginia, Jungfrau
    Wolfgang ReinschDer Zyniker
    Margret HomeyerDie Gute
    Richard LauffenDer Realist
    Peter LührDer Blinde
    Joachim WichmannDer Lahme
    Karl-Heinz Ullmann1. Stadtschützer
    Arnulf Schumacher2. Stadtschützer
    Peter Uwe Arndt1. Arbeiter der Faust
    Wolfgang Veit2. Arbeiter der Faust
    Hans RöhrBürger
    Helene ElckaBürgerin
    Daniela Remus1. Kind
    Christiane Panzer2. Kind
    Hans TimerdingDer Dichter
    Monika JohnDie Hexe
    Alexander HöllerGemüsebürger
    Werner RundshagenDas Schwein
    Jöns AnderssonDer Esel
    Elisabeth OpitzDie Katze
    Dinah HinzDie Gans
    Robert RathkeDer Hund
    Günter WissemannSprecher
    Lothar SchockErzähler
    Günter BeinSprecher
    Wolf BiermannBalladensänger
    Ruth Eiben
    Werner Haindl
    Gisela Warode
    Günther Backes
    Gundy Grandt
    Karl-Heinz Butzen
    Peter Uwe Arndt
    Gerhard Marcel
    Wolfgang Veit
    Jutta Kästel
    Ilona Wiedem
    Eva Astor
    Marlene Remus
    Christa Dubbert
    Heidi Berndt
    Arnulf Schumacher
    Lothar Dahlmeyer
    Roland Wild
    Susanne Keppeler
    Sigrid Seifert

    Musikalische Leitung: Norbert Nohe

    Chor: Chorensemble - Chor der Untertänigen

Die Ausbürgerung des DDR-Bürgers Wolf Biermann und die Reaktionen in der BRD und in der DDR haben Biermanns politischer Fabel von 1971 wieder neue Aktualität und Anlaß zur Überprüfung verschafft. In dieser folkloristischen Parabel wird der herrschende Drache vom Vertreter des Volkes, Hans Folk, besiegt. Ein schwieriges Unternehmen, nicht zuletzt deswegen, weil dieser Drache "vor fremden Drachen schützt". Die antistalinistische Lesart dieses Stücks liegt auf der Hand. Biermann: "Wie verhindern wir, daß einige besonders erfolgreiche Drachentöter sich nach dem Sieg selbst in Drachen verwandeln?" Aber jedes System hat seine eigenen Drachen.

Der Dra-Dra" ist die Geschichte von dem Drachentöter Hans Folk, der, von den feigen Bürgern verlassen, sich mit den Tieren verbündet, die ihre widerstreitenden Interessen solange vergessen wollen, wie es gegen den gemeinsamen Feind geht. Es gelingt ihnen dank einer klugen Strategie, die auf Theorie und Praxis revolutionärer Volkskriege fußt, den Drachen zu erlegen. In einem Interview sagte Wolf Biermann über sein Stück u.a.: "Der Drache ist ein bewährtes Gleichnis für reaktionäre Gewalt, parasitäre Macht und konterrevolutionären Terror. Auch auf dem Theater sollte man immer d i e Reaktionäre bekämpfen, mit denen man es wirklich zu tun hat. Das Publikum im Westen weiß natürlich, dass dieses Stück vom verbotenen Herrn Biermann in der DDR geschrieben wurde und das bürgerliche Publikum ist ja so dressiert, dass es eine innersozialistische Diskussion nicht versteht und die antistalkinistische Position mit der antikommunistischen verwechselt. Das passiert ja sogar den neukonvertierten linken Bürgerkindern, die gerade aus der anti-autoritären Phase in die dogmatische Phase taumel. Drachentöter dürfen sich offensichtlich nicht damit begnügen, den Drachen einen oder mehrere Köpfe abzuschlagen, denn die wachsen ja bekanntlich wieder nach. In den Ländern, die sich schon sozialistisch nennen, interessiert ein anderes Problem uns noch mehr: Wie verhindern wir, dass einige besonders erfolgreiche Drachentöter sich nach dem Sieg selbst in Drachen verwandeln? 'Der Dra-Dra' ist eine dramatische Ballade. Die Sprache ist teils hohe Sprache, die auf den Hund gebracht ist und teils niedere Sprache, die erhaben gesprochen wird. Ansonsten steht dieses Stück im schroffen Gegensatz zum elitären und zugleich moralisierenden Dokumentartheater. (Pressetext der Ausstrahlung des WDR 1971).

Quellen zum Hörspiel - © DRA/Michael Friebel

Produktions- und Sendedaten

  • Südwestfunk / Westdeutscher Rundfunk / Deutsche Welle / Hessischer Rundfunk 1971
  • Erstsendung: 16.05.1971 | SWF3 | 149'20

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